Hinweis

Dies ist eine Abschrift der stenografisch protokollierten Rede von Bruno Gröning, die er am 1. September 1949, mittags, auf dem Traberhof bei Rosenheim gehalten hat. Die Schreibweise wurde den Regeln der aktuellen Rechtschreibung angepasst.

Aufnahmen von Vorträgen Bruno Grönings mit seiner Originalstimme sind auf CD erhältlich und können unter folgender Internet-Adresse bestellt werden: www.bruno-groening-stiftung.org

Rede von Bruno Gröning, Rosenheim, 1. September 1949, mittags

„Ich erlaube mir, Ihnen Herrn Polizeirat … von der Grenzpolizei … vorzustellen.“

Meine lieben Heilungssuchenden!

Ich erlaube mir, Ihnen Herrn Polizeirat … von der Grenzpolizei … vorzustellen. Er wird einige Worte zu Ihnen sprechen.

Polizeirat …: Ich bin seit etwa einer Stunde bei Herrn Gröning und hatte das Vergnügen, mich mit ihm zu unterhalten. Ich bin aus Dienstanlass hierher gekommen; nicht deswegen, weil ich ein Kranker bin, sondern aus rein dienstlichem Interesse wegen der großen Massenansammlungen, die hier stattfinden. Ich habe bei dieser Gelegenheit feststellen können, dass Herr Gröning Besitzer von Briefen geheilter Personen ist, die tatsächlich leidend waren. Ich hatte aber auch das Vergnügen, selbst mit Kranken zu sprechen, die mir bestätigten, dass sie von Herrn Gröning zum Teil ganz geheilt; zum Teil in der Heilung begriffen sind.

Bruno Gröning: Meine lieben Heilungssuchenden!

Immer wieder werde ich von dem großen Leid bedrückt, in dem ich Sie laufend vor mir zu sehen bekomme. Sie alle suchen schon Jahre, um Ihre Gesundheit wieder zu bekommen. Aber leider ist es heute noch nicht so weit, wie ich schon gestern Abend und immer wieder gesagt habe, dass ich im Besitz eines amtlichen Formulars bin; das heißt, dass man mir alles freistellt, um Sie alle reibungslos heilen zu können. Ich befinde mich auf dem allerbesten Wege, denn die Regierung von Oberbayern setzt alles daran, um mir den Weg, Ihnen zu helfen, freizumachen.

(Großer Beifall)

Wie weit es steht, kann ich Ihnen im Augenblick noch nicht sagen. Ich sollte heute Vormittag um 10:00 Uhr schon in München sein. Noch bin ich hier. Ich kann nicht darüber hinweggehen und Sie hier so ohne weiteres stehen lassen, ohne etwas zu sagen, und deswegen fühle ich mich verpflichtet, Ihnen dieses mitzuteilen:

Ich muss mich jetzt auf dem allerschnellsten Wege nach München begeben, um dort Näheres zu wissen zu bekommen, damit ich Ihnen dann die Mitteilung machen kann. Meine Absicht liegt ja darin, eine Heilung wie hier in diesem Zustand nicht zu vollziehen, sondern es soll geregelter vor sich gehen, und zwar wird Ihnen ja auch nicht ganz unbekannt sein, dass ich die Absicht habe, hier in Bayern Heilstätten zu errichten und dass dieses alles seinen geregelten Weg geht; nicht so wie hier. Ich möchte den einen oder anderen genauestens verfolgt haben, das heißt ihm nachgeben können, um zu wissen zu bekommen, wie weit die Heilung vonstatten gegangen ist und ob eine Gefahr besteht oder nicht. Hierzu haben sich schon viele Ärzte zur Verfügung gestellt, indem sie diese Vor- und Nachuntersuchung von sich aus in meinem Auftrag vornehmen wollen. Mein Grundsatz ist der: Das Volk soll erkennen, dass wir Menschen unter uns die Pflicht haben, uns gegenseitig zu helfen!

(Beifall)

Der alleinige Arzt, der Arzt aller Menschen ist und bleibt unser Herrgott!

(Beifall)

Und wer das Vertrauen zu mir und den Glauben an unseren Herrgott hat, dem steht die Hilfe nicht ferne, dem wird die Hilfe zuteil werden. Und ich tue alles, um dieses richtig bewerkstelligen zu können. Ich stehe aber nach wie vor – hier wie überall – immer noch alleine da und trotzdem verzage ich nicht. Ich habe mich allen Menschen verschrieben, allen Menschen die Hilfe und die Heilung zu geben.

(Beifall)

Und dieses geschieht über meine Hand im Namen Gottes!

Ich glaube nicht, dass Sie mir böse sein werden, dass ich in wenigen Minuten nach München fahre. Ich will Sie hier nicht festhalten, aber wenn Sie hier bleiben, werde ich Ihnen heute Abend vielleicht noch einen besseren Bescheid geben können. Ich opfere mein Leben für Sie, und deshalb müssen Sie mir die Zeit gewähren, damit ich dieses tun kann, damit der Weg endlich einmal frei wird; ohne Schwierigkeit, ohne Behinderung, sodass Sie endlich einmal das erhalten, wonach Sie sich lange gesehnt haben: die Gesundheit!

Ich habe heute Nacht hier auf der Bank gesessen. Viele Menschen waren hier. Sie haben sich von allem Möglichen unterhalten. Ich bin selbst Zeuge. Wenn Sie glaubten, dass ich geschlafen habe, kann ich sagen: Nein! Ich habe hier auch lange auf dem Boden gelegen, um nicht als Neugieriger dazustehen, um tatsächlich einmal Zeuge zu sein, wie das kranke Volk über den kleinen Gröning spricht. Denn diese Gelegenheit wird mir nicht immer geboten, dass ich aus Ihrem Munde Direktes höre, ohne dass Sie wissen, dass ich dabei bin.

Auch gebe ich Ihnen zu wissen, dass ich den letzten Stoß hier in Oberbayern versucht habe. Und wenn dieser nicht glückt, habe ich gesagt, so leid es mir tut für meine armen Deutschen, – ich muss arbeiten; ich muss Menschen helfen; ich kann davon nicht mehr ab – dann wäre ich gezwungen, ins Ausland zu gehen. Ich glaube aber nicht, dass die bayerische Regierung sich noch dagegenstellen wird. Wir hoffen das Beste!

Quelle: Archiv Bruno Gröning Stiftung

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