Te Deum – Ein Tag am Traberhof, als Bruno Gröning wirken durfte

K. M., undatiert
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Es war ein regnerischer Tag am Ende des Sommers im Jahre 1949, als ich Gelegenheit fand, Bruno Gröning kennen zu lernen.

Gegen 10:00 Uhr morgens erreichten wir das Gelände am Traberhof, wo sich unabsehbare Menschenmengen niedergelassen hatten. Es herrschte eine Stimmung, welche schwer zu beschreiben ist. Als wir erfuhren, dass Bruno Gröning am Morgen dieses Tages weggerufen worden war, um einen Schwer-kranken im nördlichen Deutschland zu besuchen, ließen wir uns vor unserem Auto nieder, um zu beobachten, was vor sich ging. Da auf einmal wurde das „Te Deum“ angestimmt. Ein Wunder des Herrgottes hatte sich ereignet, das heißt ein Kranker hatte das Heil erfahren. Die Menschen sangen einstimmig so innig und ergriffen: „Großer Gott, wir loben Dich“, dass wir tief beeindruckt waren. Die Luft war erfüllt von einer wundersamen Stimmung, hatte doch Bruno Gröning sich am Morgen mit den Worten verabschiedet: „Haben Sie Vertrauen und Glauben, es heilt weiter. Auch wenn ich nicht mit meinem Körper bei euch bin, so bin ich doch da. Der Weg, den Sie hier gehen, heilt.“

Da näherte sich uns eine Frau. Glückstrahlend erzählte sie, sie sei während der vergangenen Nacht geheilt worden. Auf unsere Frage, welche Belastung sie verloren habe, erzählte sie, eine sehr schwere Wassersucht sei verschwunden, und sie zeigte uns die nun schlanken Beine, die vorher voll waren durch eine schlimme Wasseransammlung.

Da ertönte wiederum im Chor das Lied „Großer Gott, wir loben Dich“. Ich war zutiefst berührt und näherte mich dieser Menschengruppe, welche Gott die Ehre gab. Da erfuhr ich, dass ein vordem gelähmter Junge den Rollstuhl verlassen hatte und sah mit eigenen Augen, wie das Kind sich auf seinen Beinen bewegen konnte. Der Junge ging auf und ab; den Rollstuhl zog er hinter sich her. Wer Augenzeuge eines solchen Wunders wird, kann das in seinem ganzen Leben nicht mehr vergessen.

Am späten Nachmittag, nachdem es erst geregnet hatte, ging ein Raunen durch die Menschenmenge. Es hieß: „Bruno Gröning wird zurück erwartet“. Da brach auf einmal die Abendsonne durch. Die Menschen fingen an zu laufen. Am Waldsaum war das Auto des Herrn Gröning aufgetaucht. Herr Gröning saß im Yogasitz auf dem Verdeck des Wagens. Die Menschen jubelten, als sich der Wagen einen Weg zur Gaststätte bahnte.

Nicht lange darauf erschien Bruno Gröning am Balkon der Gaststätte. Er blickte die Menschen lange schweigend an. Da ertönten die ersten Schreie: „Herr Gröning, ich bin geheilt“. Ein wundersames Prickeln verspürte ich in meinem Körper. mir wurde ganz leicht und frei zumute.

Als nun Bruno Gröning zu uns Menschen, die er „Freunde“ nannte, mit gütigen Worten sprach, uns zum Guten ermahnte, uns die Liebe zum Nächsten ans Herz legte, da ging ein Raunen durch die Freundesmenge.

Viele Heilungen hatten sich vollzogen. Von allen Seiten wurde berichtet. Menschen weinten vor Freude und umarmten sich. Einer hatte plötzlich geschrien: „Herr Gröning, ich kann wieder sehen“.

Da sah ich in meiner unmittelbaren Nähe einen Kriegsversehrten, welcher sein Augenlicht wieder hatte. Er las die vorgehaltene Zeitung laut vor. Die Krankenschwester, welche ihn begleitet hatte, bestätigte, dass der Mann vordem völlig blind gewesen war.

Doch noch ein anderes Erlebnis wurde mir zuteil. Neben mir hatte eine junge Mutter ihr gehbehindertes Mädchen (Spitzfuß) auf die Erde gestellt und das Kind konnte normal laufen.

Und schon wieder stimmten die Menschen ein in einen Lobgesang: „Großer Gott, wir loben Dich. Herr wir preisen Deine Stärke“.

Herr Gröning betonte immer wieder: „Nicht ich bin es, der heilt, es ist der Herrgott! Danken Sie Gott! Es heilt die göttliche Kraft!“

Erst am späten Abend kehrten wir nach Hause zurück, um am nächsten Tag zu erfahren, dass in dieser vergangenen Nacht die Nacht der „großen Heilungen“ war. Schwerstkranke hatten das Heil erfahren dürfen!

Großer Gott wir loben Dich!                                                                                          

K. M., Rosenheim

 

Quelle:

FREIE ARBEITSGEMEINSCHAFT BRUNO GRÖNING (Hrsg.): Das Tor zum Weg (Stephanskirchen bei Rosenheim 1969) Nr. Ostern, S. 13-14