Erlebnisbericht J. E. Zieger

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J. E. Zieger, Berlin-Lichterfelde, undatiert
Abschrift (PDF)

Ich bin als Forstbeamter tätig und wohne auf dem Lande. Die der Leber keinesfalls zuträgliche, weil sehr fette Ernährungsweise, wie sie auf dem Lande üblich ist, machte mir oft schwer zu schaffen. Im Laufe der Jahre konsultierte ich viele Ärzte, auch Heilpraktiker, außerdem lag ich sechs Wochen im Krankenhaus an Gelbsucht. Das Resultat hinsichtlich einer Heilung oder Besserung war gleich null.

Durch die sehr sachlichen Fortsetzungsberichte von Dr. Horst Mann im „Neuen Blatt“ angeregt, setzte ich mich mit dem Büro Bruno Gröning in Plochingen am Neckar telefonisch in Verbindung und erfuhr, dass ich ihn am 5.7.57 in Springe am Deister hören könne.

Ich möchte bemerken, dass ich nicht zu den Menschen gehöre, denen man etwas vormachen kann. Ich habe viel erlebt und gesehen. Bin 35 Jahre alt, weder religiöser Schwärmer noch Kirchenfanatiker, aber meinen guten, einfachen Glauben habe ich mir immer bewahrt, ob als Seemann im Krieg, als Fabrik-, Bau- oder Waldarbeiter, ob als Forstbeamter, Angestellter oder Vertreter, – auch wenn es Zeiten gab, da der Glaube zu wanken schien.

Bruno Gröning erlebte ich am 5.7.57 in Springe vor ca. 400 Menschen. Seine einfachen, kurzen Sätze zu hören und ihn zu sehen, war ein großes Erlebnis.

Er sprach von Gott, den Menschen, ihren Fehlern und dem richtigen Weg.

Keine Spur von Diagnose oder von Heilberatung!!!

Wer seinen Mund auftat, um von seinem Übel zu berichten, wurde scharf zurechtgewiesen. Er sagte unter anderem:

„Glauben Sie nur nicht, dass der Gröning das, was Sie Ihre Krankheit nennen, behandelt. Wer das glaubt, gibt sich falschen Hoffnungen hin. Er gehe zu denen, die behördlicherseits das Recht dazu haben, zu den Ärzten. Ich habe mit Ihren Krankheiten nichts zu tun. Krankheit ist Unordnung! Kommen Sie mit sich und Gott zur Ordnung, glauben Sie an das Gute im Menschen, und seien Sie selbst gut und kommen Sie zur göttlichen Ordnung und bleiben frei von Übel!“

Es ist in wenigen Worten nicht möglich, das einfache, klare und unmissverständliche Wort Bruno Grönings ohne ganzen Zusammenhang wiederzugeben, obwohl ich mich an alles gut erinnere. – – Ich erlebte ihn am folgenden Tag viele Stunden privat im engsten Kreise seiner Freunde. Wir verabredeten, uns in drei Tagen in Fahrdorf in Schleswig-Holstein wiederzusehen. Ich erlebte ihn auch dort wieder in einem langen Vortrag und danach im kleinsten Kreise privat. Schließlich erlebte ich ihn auch in Rendsburg.

Aus all diesem Erleben darf ich sagen, dass ich mir mein eigenes Urteil, eine wirklich unbeeinflusste, eigene Meinung gebildet habe. Ich habe viele glaubwürdige Menschen gesprochen, die medizinisch unheilbar krank waren – und frei wurden durch diese unerhört einfache, jedem verständliche Glaubenslehre, die die Menschen mit geöffnetem Herzen wandelt.

Und mein chronisches Leberleiden? Es ist fort und bleibt fort, solange ich den Weg der göttlichen Ordnung nicht verlasse! Meine chronische Allergie (starker Heuschnupfen seit ca. 20 Jahren, alljährlich Juni/Juli) war ebenfalls wie weggeblasen! – Die ganze Zeit, in der ich mit Gröning zusammen war, habe ich ihm selbst nichts von meinen Beschwerden gesagt.

Es ließe sich noch vieles berichten über Gröning und über die verschiedenen Wahrnehmungen, die die Menschen während seines Vortrags an ihrem Körper machten, aber das würde in diesem Rahmen zu weit führen. Nur eines möchte ich aus Bruno Grönings Lehre noch andeuten: Ich bin und bleibe frei von jedem Übel, solange ich den Weg der göttlichen Ordnung nicht verlasse. Es ist der gleiche Weg, den Gott und Christus vorschreiben. Weiche ich ab, werde ich dem Übel zugänglich. – So erlebte ich es, dass mich eine ausgesprochene Grippe packen wollte und gleich am ersten Tag, als das Fieber stieg, merkte ich, dass ich nicht aufgepasst hatte, ja, dass ich überhaupt vom Weg abgewichen war. Innerhalb weniger Stunden gelang es mir, durch innere Umkehr und Gebet, das Übel aus meinem Körper zu verjagen, ohne Medikament und Schwitzkur.

Weiter möchte ich all jenen Menschen sagen, die sich durch Presseberichte übelster Art über Bruno Gröning in gegenteiliger Art beeinflussen ließen:

Gröning war ein einfach gebliebener Mensch. Das ist, meine ich, sehr viel. Er war frei von Gekünsteltem, frei von Phrasen, sehr bescheiden, still und ernst, obwohl er im Freundeskreis auch gerne lachte und selbst humorvoll war. Das erste jedoch, was jedem auffiel, war die völlige Ruhe, die von ihm ausging. Gröning war auf dem Wege zur Reinheit, zur Vollkommenheit, schon ein weites Stuck gegangen.

Er sprach von denen, die ihn verfolgten und hassten mit Milde und Güte, wie er überhaupt selbst eine große Güte ausstrahlte, die sich anderen so wohltuend mitteilte. Im Grunde genommen tat er nichts anderes, als was jeder Pfarrer auf der Kanzel tun sollte, nämlich für andere beten. Gröning tat das und ihm war eine besondere Kraft. – – – Er empfand Liebe zu den Menschen, Tieren und Pflanzen. Er war demütig. Das aber waren neben der Sündenlosigkeit Marksteine auf dem langen Wege zur Vollkommenheit, den nur ein Jesus Christus bis zum gottgewollten Ziel gehen konnte.

Haben wir die ersten Schritte auf diesem Wege gemacht, so kommen wir zu Erkenntnissen und vielleicht auch schon zu gewissen Fähigkeiten. Je weiter wir unbeirrt vorwärts gelangen, umso mehr Erkenntnisse und Fähigkeiten werden uns zuteil, ja sie ersetzen uns alles Zurückgelassene, irdisch Erstrebenswerte wie Glück, Reichtum, Karriere, Ruhm usw. hundertfach. Stellen wir uns diese Entwicklung zum Guten in höchster Potenz, die am Rande unseres Fassungsvermögens liegt, vor, so haben wir die Christusstufe, die einmalige. Jesus konnte auf dem Meer gehen, Wind und Wogen gebieten, Blinde sehend machen und Tote erwecken. Ja, es sind und bleiben göttliche Wunder, aber sie liegen am Ende einer natürlichen Entwicklung der göttlichen Ordnung. Das ist göttliches Gesetz und bleibt so.

Gröning war auf diesem einsamen Weg. Er war einer jener, die der Erde hier und da geschenkt wurden, und wir sollten dafür dankbar sein. Er gehörte zu den wenigen Menschen, die einen Teil des Wesens Jesu Christi in sich trugen, zum Wohle der leidenden Menschheit. Er gehörte zu jenen wenigen Menschen, die um ihre Lebensaufgabe, ihre Bestimmung wissen, nämlich Gutes zu tun.

Mögen diese Zeilen, die die reine Wahrheit darstellen, vielen Menschen nützen und sie zum Guten führen, mögen sie aber auch einen kleinen Teil meines Dankes an einen Großen der Menschheit zum Ausdruck bringen!

Quelle:
Archiv Bruno Gröning Stiftung