A. B., M.

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18.8.1957
Heilungsbericht
Abschrift (PDF)


Hinweis
Die Schreibweise wurde an die Richtlinien der aktuellen Rechtschreibung angepasst. Eigen- und Ortsnamen wurden anonymisiert, liegen im Ursprungsdokument jedoch ausgeschrieben vor.


Seit 1945 habe ich unter wahnsinnigen Kopfschmerzen zu leiden gehabt. Von da an hatte ich nie mehr einen freien Kopf. Es war, als hätte ich ständig ein schweres Gewicht auf dem Kopf zu tragen. An diesen ständigen Druck hatte ich mich gewöhnt, aber in gewissen Zeitabständen waren die Kopfschmerzen nicht mehr auszuhalten. Die Schmerzen waren, als würde in meinem Kopf ein Gewitter hausen.

Da die Zeitabstände zwischen den Schmerzanfällen immer kürzer wurden, ging ich zu unserem Hausarzt. Der Arzt sagte, ich hätte einen verstockten Schnupfen und bekäme immer diese Schmerzen, wenn ich erkältet wäre. Auf den Hinweis, dass es Sommer wäre und ich gerne einen Facharzt möchte, sagte er mir, ich solle seine Anweisungen befolgen.

Daraufhin wartete ich, bis ich von der Krankenkasse einen neuen Arztschein bekam und ging dann zu dem Nervenarzt Dr. B. Dieser untersuchte mich und schickte mich dann zu einem Augenarzt. In der nächsten Sprechstunde bekam ich dann von Herrn Dr. B. den Bescheid, dass ich sofort auf dem schnellsten Wege nach H. in die Neurologische Klinik müsste. Auf meine Weigerung ins Krankenhaus zu gehen, erklärte mir Dr. B., dass ich sonst erblinden würde. Er sagte, ich müsste sofort gehen, denn ich könnte jeden Augenblick mein Augenlicht verlieren. Ich lag dann sechs Wochen in der Neurologischen Klinik. Ich machte eine Quecksilberkur und wurde laufend von drei Universitätskliniken untersucht, wurde geröntgt und bekam EKG gemacht. Mir wurde aber nie gesagt, was ich habe.

Nach sechs Wochen Aufenthalt in der Klinik habe ich aus den Gesprächen der Augenärzte herausgehört, dass meine Augen wieder schlechter geworden sind. Darauf wollte ich wieder nach Hause. Nun sagte mir der Arzt, dass ich mein Augenlicht verlieren würde, wenn ich nach Hause ginge. Ich erklärte ihm, dass ich das schon vor meiner Einlieferung in die Klinik gewusst hätte und trotzdem nach Hause gehen
wolle.

An diesem Tage sprach Herr Dr. Ö. mit meinem Mann. Er sagte ihm, dass ich nicht nur mein Augenlicht verlieren könne, sondern es bestände die Möglichkeit, dass ich gelähmt würde und auch Sprache und Gehör verliere. Da mein Mann darauf bestand, den Grund hierfür zu erfahren, sagte man ihm, dass man einen Gehirntumor vermute und es besser für mich wäre, wenn ich in die Chirurgische Klinik ginge, da man nur dort die genaue Lage eines eventuellen Tumors feststellen könne. Mein Mann bat mich, in die Chirurgische Klinik zu gehen. Ich war einverstanden und wurde nach zwei Tagen nach dort überwiesen. Abends teilte man mir mit, dass ich zur Ventrikelgrafie müsse. Am nächsten Tag bekam ich diesen operativen Eingriff gemacht, das als Untersuchungsmethode gilt. Danach war ich drei Tage voll erblindet. Nach diesen drei Tagen hatte ich einen leichten Schimmer und sah nach neun Tagen wieder richtig. Man teilte mir nun mit, ich hätte einen Tumor im Großhirn und würde nach zwei Tagen operiert.

Einen Tag vor der Operation sagte man mir, dass man nochmals eine Voruntersuchung machen wolle. Ich bekam am nächsten Tag eine Enzegrafie gemacht und konnte fast drei Tage meine Arme nicht gebrauchen. An Essen und Waschen war nicht zu denken. Eine Patientin tat das für mich. Ich sagte es dem Oberarzt Dr. C., der diese Untersuchung an mir gemacht hatte und bekam zur Antwort, dies würde 1.000 mal gemacht und es passiere nichts. Der Stationsarzt erklärte mir, da sei ein Nerv etwas verletzt und das ginge wieder vorbei. Am vierten Tag war es dann wieder gut. Als Ergebnis dieser Untersuchung wurde mir mitgeteilt, ich hätte keinen Tumor und dürfe wahrscheinlich bald nach Hause. Zwei Tage später sagte man mir, ich hätte einen Tumor im Kleinhirn und würde nächste Woche operiert. Nun wehrte ich mich mit Händen und Füßen und wollte mich nicht mehr operieren lassen. Einen Arzt, der mich besuchen kam, habe ich um Auskunft gebeten. Er sagte, man müsse genau sagen können, wo ein Tumor sitzt, bevor man an eine Operation gehe, nicht einmal im Groß- und dann im Kleinhirn. Als ich ihn fragte, ob ich nach einer Operation wieder vollkommen gesund würde, sagte er: „Natürlich.“ Als ich ihn aber fragte, ob ich nach solcher Operation nicht verrückt werden könnte, ich sagte ihm, lieber wäre ich blind als verrückt und würde jeden verfluchen, der mir solches zufügen würde, sagte er: „Sprechen Sie, wie mit mir, mit Ihrem behandelnden Arzt.“

Dies tat ich. Herr Dr. M. erklärte mit daraufhin, dass sie mich nicht operieren wollten, da sie nicht wüssten, was. Aber die Augenklinik würde nach jeder Untersuchung auf eine Operation drängen. Ich wurde mit Stauungspapillare eingeliefert. Bei der Einlieferung hatte ich rechts 3, links 2. In der Chirurgie hatte ich 6.

Herr Dr. M. sagte: „ Wären Sie meine Mutter oder meine Frau, so dürften Sie mit dieser fortgeschrittenen Stauungspapillare nicht nach Hause.“ Ich erklärte dem Arzt, dass ich vielleicht doch nichts habe oder vielleicht eine Hirnhautentzündung. Er sagte, was es ist, wissen wir bis heute nicht, es kann eine Hirnhautentzündung sein oder ein Tumor. Irgendetwas ist in Ihrem Kopfe, das auf den Sehnerv drückt. Ich sollte Arteriengrafie machen lassen, dann könnte er mir vielleicht sagen was ich hätte. So ließ ich mir auch dies noch machen. Mir wurde eine offene Arteriengrafie gemacht. Es war grauenhaft. Ich habe gebetet wie noch nie in meinem Leben. Für mich gab es nur noch eins: raus aus dem Krankenhaus, nichts wie heim. Diesmal bekam ich keinen Bescheid. Es wurde mir gesagt, der Befund sei noch nicht ausgearbeitet. Ich wurde nochmals in die Ohren- und Nasenklinik und zur Blutabnahme geschickt. Als Letztes musste ich nochmals in die Augenklinik. Nun hatte ich rechts eine Stauungspapillare von 4, links 3.

Abends bat ich Dr. C., mich nach Hause zu lassen. In meinem Zimmer lagen vier Frauen, die geistig umnachtet waren. Nur eine Frau außer mir war normal. Er sagte: „Gut, Sie können heim.“ Morgens vor meiner Entlassung sagte mir Herr Dr. M: „Sollte sich irgendeine Veränderung zeigen, dann kommen Sie, wir machen immer ein Bett frei. Sollten Sie erblinden, so müssen Sie innerhalb einer Stunde operiert werden. Kommen Sie später, so kann Ihnen kein Mensch Ihr volles Augenlicht zurückgeben.“ Zuhause merkte ich erst, wie krank ich war. Konnte ich vor meiner Einlieferung ins Krankenhaus noch voll arbeiten, so war ich jetzt zu keiner Arbeit mehr fähig. Kopfschmerzen hatte ich ohne Unterbrechung. Mit der Faust auf der Stirn musste ich schlafen, da mir jede Berührung mit meinem Kopf weh tat. Einschlafen konnte ich oft stundenlang nicht vor Ohrenpfeifen und Ohrensausen. Wenn ich mich bücken musste, um etwas aufzuheben, sah ich nichts mehr, wenn ich wieder hoch kam. So blieb vielleicht 15 bis 20 Mal am Tage das Augenlicht weg, und ich hatte immer die Angst, kommt es wieder oder muss ich schnell fort? Nachts hatte ich keine Ruhe mehr zum Schlafen. Immer riss ich die Augen auf, um festzustellen, ob ich noch sah. Ich hatte immer Angst, die Stunde, die entscheidend ist, zu verschlafen. Wer solches erlebt, dem kann kein Mensch helfen, nur Gott.

Ich war fertig. Weil ich nicht fähig war, irgendeine Arbeit zu verrichten, lebten wir bei meinen Schwiegereltern. Bevor ich ins Krankenhaus ging, war ich voll berufstätig bis zum letzten Tag und habe meinen Haushalt gemacht. Nun konnte ich nichts mehr arbeiten. Ohne Begleitung meines Mannes hatte ich Angst, wenn mehr als sechs Personen um mich waren. Mein Mann musste mir oft gut zureden, weil ich selbst manchmal an meinem Verstand zweifelte. Jeden Tag wurde es schlechter. Da sagte ich zu meiner Schwiegermutter: „Nach Neujahr gehe ich freiwillig zu einem Hirnspezialisten und lasse mich operieren.“ Ich wusste, es musste eine Änderung geben, denn so war es nichts.

Da hörte ich, dass Bruno Gröning nach M. käme. Ich wollte es nicht glauben, denn ich hatte selbst vor Jahren in einer Zeitschrift gelesen, er hätte Selbstmord begangen. Trotz dieser Zeitungsmeldung erschien Bruno Gröning auf einer Weihnachtsfeier 1955. Ich war in Begleitung meines Mannes dort, der nicht an Bruno Gröning glaubte und vermutete, man würde mich hypnotisieren oder sonst einen Unfug mit mir treiben und mir Schaden zufügen. Er sagte mir, bei der kleinsten Veränderung, die er an mir wahrnehmen würde, müsste ich mit ihm nach Hause gehen. Ich erklärte mich damit einverstanden, denn ich hatte volles Vertrauen zu Herrn Gröning. Auch wusste ich, dass für mich dort keine Gefahr war, sondern ich im Gegenteil dort Hilfe finden würde. Mir hatte niemand etwas über Herrn Gröning gesagt. Ich hatte nur ein Heft gelesen über den Heilstrom Bruno Grönings. Daher wusste ich, dass man mit mir keinen Hokuspokus treiben würde. Auch wusste ich, dass nicht Bruno Gröning mich heilt, sondern Gott. Ich wusste aber auch, dass ich Bruno Gröning brauchte, nötiger als sonst was. Ich brauchte seine Kraft zum Glauben. Ich brauchte seinen Glauben an meine Gesundheit. Im Krankenhaus hatte ich die Kraft zum Glauben. Ich hatte mich abgeschirmt und wollte nur gesund werden. Ich hatte es felsenfest geglaubt, und es wurde besser. Zu Hause wurde es von Tag zu Tag schlechter, weil ich keine Kraft mehr hatte. Mich hatte mein ganzer Mut verlassen, nachdem ich sah, wie elend ich war, und die Verzweiflung und die Angst schüttelten mich. Diese Angst war schlimmer als alles vorher Erlebte. Sie fraß mich auf, und ich hatte keine Kraft, mich zu wehren.

Ich kam nicht zu Herrn Gröning, um durch ein Wunder meine Gesundheit zu erlangen, sondern ich ging zu ihm, dass er mir die Kraft zum Glauben gibt, Kraft für meinen Glauben an Gott und Kraft für meinen Glauben an die Gesundheit, dass er für mich glaubt, sollte mich die Angst und die Verzweiflung schütteln, denn ich war zu schwach dazu.

Es war eine einfache Weihnachtsfeier, und Herr Gröning hat gesprochen, was der Sinn der Weihnachtsfeier ist. Er tat dies mit klaren, leicht verständlichen Worten. Er machte keinen Hokuspokus und benahm sich auch nicht wie ein Scharlatan. Er benahm sich wie jeder normal gläubige Mensch auf einer Weihnachtsfeier. Trotzdem ist er nicht wie andere Menschen. Er unterscheidet sich schon dadurch von anderen Menschen, dass er nicht von Hoffen spricht, sondern von Glauben. Menschen sagen: „Hoffen wir, dass alles gut wird!“ Bruno Gröning: „Glauben Sie, dass alles gut wird, und ich glaube mit Ihnen!“

Obwohl ich mit Herrn Gröning kein Wort sprach, hatte ich den festen Glauben, dass ich gesund würde und wusste, dass er mir die Kraft gegeben hatte, die Kraft an Gott zu glauben. Ich hatte kein Wunder erwartet und doch war eins an mir geschehen, wenn ich es auch nicht sofort wusste; aber damals wurde das Samenkorn für meine Gesundheit gelegt. Ich wusste, es liegt nur an meinem Verhalten, ob ich sie erlange oder nicht. Eine Frau wollte nach dem offiziellen Teil Herrn Gröning ihr Leiden erzählen. Er wollte dies nicht wissen, und es sei auch nicht nötig, dass er es wisse. Die Menschen sollten glauben und die Ordnung erlangen, alles andere käme von selbst.

Nach dieser Weihnachtsfeier sah ich Herrn Gröning fünf Monate nicht. Ich habe auf der Weihnachtsfeier von Herrn Gröning nur ein Bild von ihm erhalten, jedoch keine Kugel oder sonst etwas. Aber ich war nach der Feier schmerzfrei und konnte meinen Kopf wieder richtig ins Bett legen. Das war mein erster Erfolg. Ich ging nun in den Gröningbund und besuchte die Zusammenkünfte. Ohne dass ich es merkte, wurde es von Tag zu Tag besser. Eines Tages merkte ich, dass ich kein Piepsen oder Sausen mehr im Ohr hatte, und so machte ich immer weitere Fortschritte. Bis ich nach fünf Monaten Herrn Gröning zum zweiten Mal sah, war ich soweit, dass ich, wenn auch mit Müh und Not, meinen Haushalt versorgen konnte. Auch stand ich bis zu dieser Zeit immer noch unter Kontrolle von drei Universitätskliniken. Auch diese stellten eine leichte Besserung fest. Nach der zweiten persönlichen Begegnung mit Herrn Gröning konnte ich meinen Haushalt spielend erledigen. Nach zwei weiteren Monaten sah ich Bruno Gröning drei Mal, und da wusste ich, dass ich es geschafft hatte; ich ging zum Arzt und sagte ihm, dass ich arbeitsfähig wäre. Er sagte, das käme gar nicht in Frage, da es ja noch nicht mal ein Jahr her sei. Ich besuchte den Arzt nicht mehr. Ich wusste, dass ich gesund war und arbeiten konnte, das genügte mir. Ich nahm ein drei Wochen altes Kind in Pflege und versorgte es, dazu meine Familie und noch zwei Personen mit Waschen und allem, was dazu gehört. Ich brauchte keine ärztliche Kontrolle mehr, denn ich bin, dank Bruno Gröning, wieder ein vollwertiger Mensch und kein Invalide mehr, zu dem man mich schon mit 29 Jahren schreiben wollte.

Diese meine Angaben sind alle nachzuprüfen. Ich bin auch gerne bereit, alles zu beweisen. Dies alles schreibe ich ohne Aufforderung des Gröningbundes oder sonst einer Person.

Es soll mein Dank sein an meinen Freund Bruno Gröning, half er mir doch aus tiefster Not. Deshalb trete ich auch voll und ganz für ihn ein, mit allem was ich habe, wie es sich für einen Freund gehört. Ich habe bis zum heutigen Tage noch nicht mit Herrn Gröning über meine Krankheit gesprochen, denn er will es nicht. Ich hätte auch nie das Leiden niedergeschrieben, würde man ihn nicht wieder anfeinden. Darum soll man auch diese Menschen anhören, denen er geholfen hat und denen er noch weiter hilft.

Ich kann nur nochmals sagen, dass ich Bruno Gröning zu danken habe, was ich heute bin. Er sagte, er sei nicht wichtig, sondern der Glaube an Gott. Ich weiß, das stimmt.

Für mich war Bruno Gröning sehr wichtig, mir war er Wegweiser und Führer.

Meine Mutter hatte mir sehr abgeraten, zu der Weihnachtsfeier von Herrn Gröning zu gehen. Durch meinen Erfolg wurde sie selbst überzeugt und ist heute auch Mitglied des Gröningbundes.

Ich bin jederzeit bereit, zur Untersuchung meiner STP, mich Fachärzten zur Verfügung zu stellen, denn ich weiß, dass ich gesund bin. Dafür kann ich Bruno Gröning nie oft genug danken. Ich weiß nicht und will es auch nicht wissen, was ich ohne ihn wäre.

Von Dank will er nichts wissen. Er sagte: „Danken Sie Gott und nicht mir!“

gez. A. B.

M., den 18.8.1957

Quelle:
Archiv Bruno Gröning Stiftung