A. B.

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P., 1949
Heilungsbericht
Abschrift (PDF)

Hinweis
Die Schreibweise wurde an die Richtlinien der aktuellen Rechtschreibung angepasst. Eigen- und Ortsnamen wurden anonymisiert, liegen im Ursprungsdokument jedoch ausgeschrieben vor.


Bericht zur Heilung vom 17. Oktober im Plesskeller, Rosenheim

Nachdem ich bei der ersten Heilung im Spielsaal des Traberhofes am 1. Oktober durch Herrn Gröning eine wesentliche Besserung erfahren durfte (ich konnte den Hals besser bewegen), die Heilung eingeleitet, aber nicht vollständig war, bekam ich durch Herrn Kuhlmann eine Karte, um an der obigen Heilung teilnehmen zu können.

Herr Gröning kam ungefähr gegen 2 Uhr. In seiner Rede sagte er, dass dies vorläufig seine letzte Heilung sei und er nur noch in Heilstätten heilen werde. Er ließ uns Gegenstände in die Hand nehmen und hochheben, die er für uns ansprach. Für mich war es das erste Mal, dass ich von meiner Kugel ein starkes Kribbeln in den Händen und Füßen verspürte. Aus der Ferne konnte ich (ich saß fast am Ende des Saales) verschiedene Heilungen beobachten. Ein Herr wurde von jahrelangem Muskelschwund, eine Frau von starkem Herzasthma befreit. Eine längere Zeit befasste sich Herr Gröning mit einem jungen Mädchen, welches fast sechs Jahre gelähmt war, durch Herrn Gröning konnte sie ihre Glieder wieder frei bewegen und lief im Saal herum. Gegen 6 oder 7 Uhr abends war Herr Gröning so stark gestört durch die Undiszipliniertheit der Menschen, dass er vorzeitig den Saal verließ. Die Hoffnung, ihn noch einmal bei einem eventuellen Rundgang zu sprechen, war vergebens.

Stark beeindruckt ging ich abends 11 Uhr auf mein Zimmer. Frau S. und eine von Hamburg kommende schwerhörige Dame teilten das Quartier mit mir. Vor dem Zubettgehen legte ich wegen meiner Venenentzündung, die mich seit Tagen plagte, ein nasses Tuch und darüber eine wollene Decke über das rechte Bein, welches ich hoch lagerte. Durch die Aufregungen des Tages konnte ich nicht schlafen. Ich nahm meine Kugel in die Hand und spürte, dass das Prickeln in der Hand immer stärker wurde und ein Strom durch meinen Körper ging. In Gedanken sah ich immer wieder das Gesicht von Herrn Gröning, als er sagte „Beobachten Sie bitte, was in Ihrem Körper vor sich geht.“ Es mochte gegen 3 Uhr morgens gewesen sein, als mein linker Fuß heftig zu schlagen anfing. Nach kurzen Unterbrechungen wurde es immer schlimmer und stärker und ging auch auf das linke Bein über, sodass der Körper etwa 15 cm hochgeworfen wurde. Nur der Oberkörper und das rechte hochgelagerte Bein lagen flach. Durch das Schlagen meines Beines und das dadurch verursachte Geräusch war die Mutter meiner Wirtin, die im Stock tiefer ihr Schlafzimmer hatte, heraufgekommen und hatte meine Wirtin und ihren Mann geweckt. Sie vermuteten, ein Einbrecher sei in der Wohnung. Sie gingen dem Geräusch nach und standen vor unserer Tür, als Frau S. ganz erschrocken zu ihnen ging und von mir berichtete. Auf die Frage von Frau S., ob sie das Licht für mich anmachen sollte, habe ich nur kurz gesagt: Nein, bitte nicht stören. Selbst die andere Frau, deren Namen ich nicht mehr weiß, (sie war schwerhörig) war von dem Geräusch erwacht und fragte, was los sei. Das Schlagen hörte langsam auf, und ich spürte eine heiße Welle, gleich einem elektrischen Strom, der sich wie ein fester Gürtel um mich legte. Ich musste schwer atmen. Der Strom wurde immer stärker, und plötzlich krampften sich Hände, Füße und der Körper zusammen, und ich lag wie steif da mit dem Gedanken, jetzt wirst du lahm. Auf einmal bekam ich heftige Schmerzen am ganzen Körper, sodass ich mehrere Male laut schrie und mir die Tränen aus den Augen liefen. Nach einiger Zeit ließen die Schmerzen langsam nach, und ich konnte wieder frei atmen, alles war vorbei. Inzwischen war es 4 Uhr morgens geworden, und ich war müde und abgekämpft. Im nächsten Tage verspürte ich keine Sehmerzen mehr. Ich fühlte mich völlig frei. Voll Dankbarkeit gegen Herrn Gröning fuhr ich am nächsten Tage heim.

Frau A. B., P., K…str. 79


Quelle:
Archiv Bruno Gröning Stiftung