Ansprache eines Benediktiners am Traberhof

24.9.1949
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Als Gröning am 24. September 1949 zu den Heilungssuchenden vor dem Traberhof gesprochen hatte, trat ein katholischer Geistlicher aus Italien im Ordensgewand der Benediktiner an seine Seite und bat, einige Worte an die Versammelten richten zu dürfen.  Er hielt, freudigst begrüßt, folgende Rede:

Meine Geliebten!

Ich bin tief ergriffen durch die Worte des Herrn Gröning und ich muss gestehen, dass ich erinnert werde an das Wort der Heiligen Schrift: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Der göttliche Heiland sagt das in Bezug auf jeden Menschen. Und die Frucht ist eine gute. Darum sollen die Menschen, die es sich zur Absicht gemacht haben, diesem Mann Gottes in den Weg zu treten, davon abstehen. Denn die Frucht ist eine gute.

Nicht so sehr werden die Menschen Gott angenehm und Gott ähnlich als durch das Gesundheitbringen den anderen. Und wenn Cicero dies in Bezug auf den ärztlichen Stand sagte, so gilt dies auch für diesen Mann Gottes, der beauftragt ist, die Kranken zu heilen. Wir sehen es, angefangen von Christus bis auf den heutigen Tag, wir lesen dies im Leben der Heiligen, wie die Heiligen ähnlich dem hier Wundertaten vollzogen haben in großem Glauben. Und der Herr selbst sagte: Dein Glaube hat dir geholfen!

Ich kann sehen, dass Sie von einem tiefen Glauben beseelt sind für diesen Mann Gottes. Und wenn Ärzte und Gelehrte, die ihm feindlich gesinnt sind, antworten, er hat keine Studien hinter sich wie sie, so ist dies lachhaft, denn Gott lässt sich nicht vorschreiben, was er tut. Der Geist Gottes weilt wo er will, und er offenbart seine Größe und Allmacht am meisten den demütigen Menschen.

Es sollte sich gerade das deutsche Volk freuen, dass ein Mann berufen ist, den ge-ängstigten Seelen, den verdorrten Leibern Gesundheit und die Gnade, den Frieden, zu bringen. Ich hoffe, dass in Zukunft doch die Vernunft siegen wird und dass die Werke Gottes, die doch damit offenbar werden, so offensichtlich und deutlich zu Tage treten, dass diesen in Zukunft niemand mehr widerstehen kann.

Und wie Herr Gröning schon andeutete, ist es sehr gut, dass Mediziner eine Voruntersuchung und eine Nachuntersuchung machen. Denn die Bosheit der Menschen ist sehr groß. Sie haben Christus nachgestellt und sie haben seinen Jüngern nachgestellt, und sie stellen jedem Menschen nach; sie haben auch fromme Priester verfolgt, die im Namen Gottes Kranke geheilt haben.

Darum haben Sie Mut und Vertrauen und folgen Sie dem, was Herr Gröning Ihnen sagt. Ich habe heute früh in München gewartet in einer Wirtschaft, wo Herr Gröning hin¬kommen sollte. Und da war ich sehr bange, als ich die bedrückenden Nachrichten aus der Presse und auch sonst hörte. Und da ist mir wieder das Schriftwort in den Sinn gekommen: Und sie ließen sich nicht lange beraten vom falschen Herodes, und sie nahmen ihren Weg nur stracks nach Bethlehem und sie gingen hin und fanden dort den Herrn.

Die Werke Gottes werden offenbar werden in Zukunft. Darum haben Sie Vertrauen. Und wenn er nicht mehr heilen wird von hier aus, sondern seine Wirkung an einer anderen Stätte aufschlagen muss, so sehen sie darin den Willen Gottes und haben Sie großes Vertrauen und verdoppeln Sie Ihre Gebete. Und den Gegnern halten Sie das Schriftwort entgegen: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ und auch jenes: „Wollet nicht verleumden meine Propheten.“

Tatsächlich ist die Gabe der Krankenheilung höher als die Prophetengabe. Denn was gibt es Schöneres, als den Menschen Heilung zu bringen. Wie der göttliche Lehrmeister durch Palästina gezogen ist und hat den Kranken geholfen, ihnen die Hände aufgelegt, und sie konnten sprechen oder hören, oder wer von bösen Geistern geplagt war, wurde von ihnen befreit.

Die heutige Menschheit, wir alle stehen unter dem Einfluss der bösen Geister. Diese Macht zu bannen, müssen wir einen ganz großen Glauben haben, und dieser Berge versetzende Glaube, ein gewisses Fluidum, geht von diesem Mann Gottes aus. Darum haben Sie Vertrauen und nehmen Sie Ihr Kreuz, wie auch ich ein Kreuz zu tragen habe. Ich bin noch nicht Priester und habe einen schweren Lebensweg hinter mir, aber im Vertrauen auf Gott – ich selber bin krank – und mit dem Blick auf den Gekreuzigten müssen wir unser Kreuz auf uns nehmen.

Die Heilige Jungfrau möge euch segnen, den Gottesmann beschützen und ihn für viele Jahre der deutschen Nation erhalten, damit er ihr Glück und Gesundheit bringen möge. Das walte Gott und die Heilige Jungfrau.

(Die wartende Menge singt das Te Deum) Tief beeindruckt von Eurem Gottesglauben, möchte ich noch einige Worte an Euch richten. Ich will euch einen Rat geben: Ein jeder trage des anderen Last, und seid lieb und gut zueinander. Das Gebot der Nächstenliebe ist das größte Gebot nach der Gottesliebe. Und richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Mit dem Maß, mit dem man ausmisst, wird einem eingemessen, sagt der Herr. Und was ihr redet, siebt er durch drei Siebe: Durch das Sieb der Wahrheit, der Notwendigkeit und der Liebe. Wenn ihr zu urteilen habt, so siebt auch das durch diese drei Siebe. Denn das Maß der Gottesliebe ist das Maß der Nächstenliebe. Der Leuchtturm der Liebe soll aus¬strahlen und soll erhellen die Finsternis dieser Welt.

Ich habe heute in München eine Frau gesehen, die heillos über den Gottesmann und Wundertäter geschimpft hat. Ich habe sie zur Sprache gestellt und habe sie gefragt, ob sie ihn jemals gesehen hat. Sie antwortete mit Nein. Also habe ich gesagt: Wie können Sie so etwas beurteilen, was Sie noch nie gesehen haben? Hätte diese Frau das durch die drei Siebe getan, so hätte sie nicht so geurteilt. Hütet Euch, einen Menschen, der Gottes Werk tut, zu verfolgen, denn dieses wird Strafe und Unglück nach sich ziehen. Ich habe schon viele übernatürliche Dinge gesehen, und ich sage Ihnen: Wo der Finger Gottes ist, wenn sich da Menschen dagegen stellen, sie werden nieder¬geschmettert werden. Darum tretet den Feinden Grönings entgegen, die nie das Glück gehabt, ihn zu sehen. Sie sollen sich lieber hüten. Was nicht wahr ist, das darf nicht gesprochen werden. Die Frau ist erzürnt von mir weggegangen, und ich habe ihr das Heilige Kreuzzeichen nachgesandt.

Der göttliche Heiland hat uns durch sein kostbares Blut erlöst, und er hat uns vorgelebt, wie wir in den Tagen der Trübsal leben müssen.

Ihr habt das Glück gehabt, den Gottesmann vor euch zu sehen und seine heil-bringenden Worte zu hören. Darum habet Vertrauen und betet für ihn, damit er das Charisma der Krankenheilung noch recht viele Jahre ausführen darf, und betet zu Maria, dass sie ihn aufnimmt in ihr mütterliches Herz, und dass das göttliche Herz ihn in Schutz nimmt gegen allen feindlichen Trug und gegen die Nachstellung boshafter Menschen, die auf Anstiften der Hölle gegen ihn arbeiten.

Sie können darüber denken, wie Sie wollen, aber mir scheint es; wir leben am Ende der Zeit, und der Prophet Joel spricht: „Und am Ende der Tage, spricht der Herr, werde ich meinen Geist ausgießen, und es werden Menschen Gesichte haben und werden Heilungen vollziehen.“

Und wenn wir auf der einen Seite die Gnadengabe des Heiligen Geistes wirken sehen, so sehen wir aber auch auf der anderen Seite das Gegenteil. Und sehen wir hinüber in jene deutschen Lande, dort wo der Kommunismus ist, der auch mit seinem Rachen vor dem Bayernlande steht und es zu verschlingen droht — da hat das bayerische Volk die Aufgabe, die Sendung der Liebe und die Sendung des Glaubens zu wahren. Bayern möge sich dieser Stunde bewusst sein, dass es einen solchen Gottesmann in seinem Lande beherbergen darf. Und es soll den Schluss daraus ziehen, mit den Flüchtlingen und allen Heimatvertriebenen in diesem Lande recht gut zu sein.

Wir wollen Kinder des Lichtes sein und Werke des Lichtes vollbringen. Und blicken wir auf zu Gott, dem Geber des Guten, und geben wir ihm allein die Ehre. Ich habe mich so erbaut an der Demut des Mannes Gottes, und er hat sich nur als Werkzeug  des Allerhöchsten betrachtet. Das hat mich tief beeindruckt. Denn  der Maßstab der Demut ist der Maßstab Gottes an einem Menschen.

 

Quelle:
TRAMPLER, Kurt, Dr.: Die große Umkehr, Seebruck am Chiemsee, : Heering, 1949, S. 104-107