Bericht zum Heimgang Bruno Grönings am 26.1.1959

Hanna Stamp, 1975
Abschrift (PDF)

 

Am 26. Januar jährt sich zum sechzehnten Male der Tag des Heimgangs unseres großen Freundes Bruno Gröning, der von der Welt verkannt, verhöhnt und verleugnet wurde und auch wohl von vielen seiner Anhänger und Freunde nicht erkannt. Viele wollten nur die Gesundheit, nicht aber durch die Heilung das Heil, eine geistige Umkehr in sich vollziehen im Denken, Handeln und Tun.

Immer wieder ist es für die Menschen der heutigen Zeit bezeichnend, dass das Negative sofort geglaubt, angenommen und getan, das Gute aber bekämpft und verlacht wird. So gewinnt das Böse immer mehr an Einfluss, und das Natürliche wird als schlecht, das Unnatürliche als selbstverständlich und richtig empfunden.

Ich erinnere mich an ein Beispiel unseres lieben Bruno: Er malte uns eine Pyramide, welche auf dem Kopf stand und seine Worte waren: „So wie diese Pyramide auf dem Kopf steht, genau so ist es in der Welt. Was unten ist, ist oben.“

Viele Menschen leben weiter in Not und Elend, Leid und Verzweiflung, weil sie ein-fach nicht an das Gute glauben können. Diese Erfahrung machte auch unser lieber Bruno, der doch nur den Menschen das Heil bringen wollte und doch in seinem göttlichen Tun von der Menschheit verfolgt und bestraft wurde.

Bruno sagte: „Nicht mir tun sie Leid an, sondern nur sich. Mich betrüben sie nur, sich aber verlängern sie den Weg zum Heil, wenn sie ihn nicht ganz verlieren.“

Denn wer war Bruno Gröning? Er war eines der größten Wesen, die je auf Erden weilten. Wenn ich mich zurückerinnere an die Zeit, in der ich mit ihm zusammen sein durfte, an die unendlich vielen Heilungen, Lehren und Erfahrungen auf geistigem Gebiet, so bin ich heute noch sehr dankbar und frage mich, warum ich wohl das große Glück hatte, ihn kennen lernen zu dürfen und in seinem Werk mitzuarbeiten.

Zu damaliger Zeit habe ich viele seiner Äußerungen noch nicht verstanden, aber im Laufe der Jahre ist mir immer mehr bewusst geworden, dass seine Worte für die Zukunft gedacht waren. Ich erinnere mich oft an seine Worte: „Ich bringe Ihnen nichts Neues, ich bringe Ihnen nur das, was die Menschen vergessen haben.“ Oder, wenn er in kleinem Kreise sagte: „Die Menschen wollen nur das Heile, Heile von mir, ich will doch ganz was anderes, ich will die Menschen zu Gott zurückführen.“ Er wollte den Menschen zeigen, dass sie durch die Unordnung, die Krankheit, zum Guten zurückfinden sollten, zur Vollkommenheit des Glaubens an die göttliche Ordnung.

Immer wieder haben wir die Erfahrung gemacht, dass, wenn die Nacht am dunkelsten war, der Tag wieder in hellstem Licht erstrahlte. Und so glaube ich fest, dass einst durch Bruno Grönings Lehre die Welt wieder zu Gott zurückfinden wird und nach Gottes Gesetzen handeln und leben wird.

 

Quelle:
Archiv des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e. V. Freiburg i. Br.: 20/16/002.