Georg Krumbachner

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Krumbach, 26.7.1954
Brief an Bruno Gröning
Abschrift (PDF)

 

Werther Herr Gröning!

Ich fühle mich verpflichtet, Ihnen meinen innigsten Dank für Ihre große Hilfe bei meiner Krankheit auszusprechen. Es geht mir jetzt ganz bedeutend besser, und dass dies der Fall ist, verdanke ich, davon bin ich fest überzeugt, Ihnen ganz allein. Ich kann wieder fast jede Arbeit leisten, und ich bin sehr glücklich darüber. Ich finde keine Worte, Ihnen diesen Dank aus tiefstem Herzen auszusprechen und werde Sie in meinem ganzen Leben nie vergessen.

Verzeihen Sie mir bitte, dass ich auch mit einer Bitte an Sie herantreten möchte. Es handelt sich um meinen Vater und einen Bruder. Der Vater ist seit einem halben Jahr von einem Rheumatismus geplagt und kann fast keine Nacht mehr richtig schlafen. Ich ersuche Sie auf das Freundlichste wenn es möglich ist, meinem Vater zu helfen. Das schwerste Anliegen, das uns alle bedrückt aber ist das Leiden meines Bruders. Derselbe leidet an schweren Nerven-Anfällen, die er sich während des Krieges und der Gefangenschaft (3 1/2 Jahre in Russland) geholt hat. Er kam 1948 aus russischer Gefangenschaft heim und nachdem er ein Jahr zu Hause war, stellten sich plötzlich schwere Nervenanfälle epileptischer Natur ein. Die Rente, die er bekam, wurde gestrichen, da die Ärzte behaupteten, der Krieg und die Gefangenschaft wären an der Krankheit nicht schuld. Vor Ausbruch der Krankheit war er mit einem Mädel verlobt; dasselbe ließ ihn infolge der Krankheit auch im Stich. So ist also mein Bruder immer sehr niedergedrückt und oft ganz hoffnungslos. Ich bitte Sie, Herr Gröning, helfen Sie meinem Bruder, ich bin überzeugt, Sie sind der Einzige, der ihm wirklich helfen kann. Vielleicht könnte er auch zu Ihnen kommen, wenn es notwendig sein sollte?

In tiefem Vertrauen und herzlichen Dank

Ihr Georg Krumbachner

 

Anlage zum vorhergehenden Erfolgsbericht: 

Im November 1950 erkrankte ich und nach einem ärztlichen Gutachten, wie bereits im Erfolgsbericht angegeben, litt ich an Tachycardie und allgemeine körperliche Infektion, wodurch die Herztätigkeit solche Ausmaße annahm, dass einerseits ein Pulsschlag bis 160, andererseits wieder ein Pulsschlag, wo man an ein Absterben denken musste, wenn ich den Versuch machte, eine halbe oder eine Stunde das Bett zu verlassen.

Keine Behandlungen, noch Medikamente von ärztlicher sowie naturheilkundiger Seite konnten mir eine Linderung, noch Hilfe bringen. Nach der Verbindung mit Herrn Gröning, wo ich schriftliche Aufklärung und das Stanniolplättchen erhielt, welches ich ständig durch 14 Tage an mir trug und sich mein Zustand zusehends besserte. Von Tag zu Tag besserte sich mein Zustand, und es kehrten Kräfte in mir ein. Nach 14 Tagen war ich so weit, dass ich jede Arbeit verrichten konnte (in meiner Landwirtschaft) und musste nicht mehr tagsüber zu Bett gehen.

Dies war im Jahre 1954, und alle Menschen meiner Umgebung haben sich darüber gewundert, dass ich in so kurzer Zeit und so schnell gesundet bin und nach weiterer Zeit alle Arbeiten voll und ganz verrichtete. Nun sind es drei Jahre, und ich erfreue mich vollkommener Gesundheit und jeglicher Beschwerden frei.

Ich habe schon einmal einen Bericht an Herrn Gröning gereicht und soll dieser Bericht dazu dienen, mein weiteres Befinden zu veranschaulichen. Wenn Herr Gröning uns Freunden immer sagt: „wir sollen GOTT danken, dass wir die volle Gesundheit erlangen durften“, so tue ich dies mit meiner Familie täglich, denn der größte Reichtum ist Gesundheit. Unser aller Wunsch ist es, es möge das Wirken unseres Freundes Bruno Gröning endlich erkannt und keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden, dass auch anderen Menschen dieses große Glück, welches ich an mir erfahren durfte, zuteil werden möge.

Krumbach, den 23.4.1957

Georg Krumbachner

 

Quelle:
FREIE ARBEITSGEMEINSCHAFT BRUNO GRÖNING (Hrsg.): Das Tor zum Weg (Stephanskirchen bei Rosenheim 1968) November, S. 3-5