W. M.

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ohne Ortsangabe, 15.12.1954
Brief an Bruno Gröning
Abschrift (PDF)

 

Lieber großer Freund – Bruno Gröning!

Wie danke ich Gott, wie danke ich Ihnen für die Stunden, die ich in dem heilenden Kraftstrome verbringen durfte?

Nicht nur mir, sondern auch meinen Angehörigen wurde an jenem Abend die Heilung zuteil. Wie glücklich und zufrieden bin ich seither.

Wunderbar sind Gottes Gesetze und groß ist Seine Liebe für uns Menschenkinder, die durch Sie, lieber Freund, wirken und der Welt die wahre Gesundung bringt. Wenn es der Wille des Allmächtigen ist, wird auch dieser Brief in Ihre Hände gelangen; mit dem Erlebten, was ich wahrheitsgetreu wiedergeben möchte.

Mein Versprechen, Sie, lieber Freund, über meine Beobachtungen als Krankenschwester zu benachrichtigen, ist mir eine heilige Pflicht und ich kann es nicht ohne Erfolg tun.

Bei meiner Tätigkeit in einem Großambulatorium mit 14 Fachärzten, bei denen alle Arten der ärztlichen Heilkunst vertreten sind, bekomme ich zu oft das große Leid zu sehen. Mein Herz erfüllt sich immer mit dem Wunsche, dass man den Armen wirklich helfen möchte. Denn ich weiß auch, wie oft die Ärzte rat- und machtlos manchem Leiden gegenüberstehen.

Aber nun stehe ich nicht mehr hilflos dem Leidenden gegenüber, denn Ihre wunderbaren, einfachen Worte: „glaube und Gott macht Dich gesund“ habe ich in mein Herz eingeschlossen als kostbares Gut; diese Worte des wirklichen Helfen können, haben mir den Weg zu einer neuen Aufgabe gewiesen. Wenn nun ein Leidender vor mir steht, dann rufe ich Sie im Geiste, liebster Freund, mit den gleichen Worten, die Sie mir gaben. Fast augenblicklich fühle ich Ihre Nähe. Auch das Vibrieren und die wunderbare Ruhe und Sicherheit fühle ich dann genau; doch nicht so stark wie an jenem Abend in Ihrer Anwesenheit. Dann bin ich überaus glücklich. Manchmal höre ich auch Worte an mein Ohr dringen, die mich an Ihre Stimme erinnern. Auch jetzt, wo ich diesen Brief schreibe, fühle ich diese wunderbare Schwingung.

Die Beobachtungen, die ich bei den Kranken gemacht habe, lassen mich erkennen, dass die heilende Kraft nicht nur mich erreichte, sondern auf den Leidenden übergeht und ihm Hilfe bringt. Ich hatte es sorgfältigst beobachtet. Nun will ich von einigen Fällen berichten, die mir besonders deutlich erkenntlich waren.

1. Ein Patient mit schweren Magenkrämpfen wurde in unsere Ambulanz gebracht. Er wand sich vor Schmerzen, die er schon Stunden ohne Unterbrechung hatte. Der Arzt ordnete sofort eine krampflösende Injektion an. Während ich diese vorbereitete, schickte ich meine Bitte an Sie, lieber, großer Freund, und ich fühlte die Schwingung. Bevor ich noch dem Arzt die Spritze überreichen konnte, sagte der Patient aufatmend: „Gott sei Dank, der Krampf hat nachgelassen. Ich brauche die Injektion nicht mehr.“ Die Schmerzen traten an dem Vormittag nicht mehr auf. Leider habe ich den Patienten nicht mehr gesehen und kann nichts Weiteres über sein Befinden berichten. Zwar ist es kein sicherer Beweis, doch ich freute mich unsagbar, denn es war mein erster Versuch, Sie um Hilfe zu bitten.

2. Eine sehr unglückliche ältere Frau litt seit längerer Zeit an unstillbarem Juckreiz (Pruvitus Vulve). Sie war zur Operation vorgeschlagen, um ihr ganze Hautteile zu entfernen. Es sollte noch einmal ein Versuch mit Medikamenten gemacht werden. Doch die Patientin kannte schon alle diese Mittel zur Genüge. Ich stellte sofort mein ganzes Denken auf Sie ein und war glücklich, Ihre Aura zu fühlen. Auch glaubte ich nun fest daran, dass dieser Armen geholfen werden kann. Die Patientin wurde von einem Arzt mit den üblichen Mitteln behandelt, die nach meiner Beobachtung durch manche Jahre nur kurze Zeit, oft nur Stunden, Linderung verschaffen. Die Frau blieb acht Tage aus und kam nur wieder, um meinem Arzt zu sagen, weil das Jucken seit dieser Behandlung ganz aufgehört hat. Ich war überglücklich. Als die Patientin fort war, sagte nur mein Arzt wörtlich: „Jetzt möchte ich nur wissen, worauf es aufgehört hat?“ Ich schickte im Stillen meinen innigsten Dank zu Gott, dem Allgütigen und zu Ihnen, geliebter Freund.

3. Seit Monaten kommt zu uns ein Mann, der an einem Kehlkopfkrebs operiert wurde und nun nur noch durch eine Kanüle atmen und sprechen kann. Er leidet trotz der gelungenen Operation an starken Schmerzen, Husten, Schlucken, Atmen; alles wird ihm dadurch zur Qual. Auch blutet die Wunde bei jeder Anstrengung und verlegt dadurch die Atmungsmöglichkeit. Er kam eines Tages in einem elenden Zustand. Meine Gedanken richteten sich sofort an Sie, um auch hier Ihre Hilfe zu erbitten. Der Patient, der sonst zweimal in der Woche kam, blieb länger aus und kam mit strahlendem Gesicht wieder. Er erklärte nun so gut er durch die Kanüle sprechen kann — „Schwester, ich bin so lange ausgeblieben, weil es mir so gut geht. Ich habe keine Schmerzen. Die Aufnahmeschwestern freuen sich auch mit mir. Ich weiß gar nicht, welches Medikament mir diese Schmerzen genommen hat. Ich nehme ja immer das gleiche.“ – Muss ich da nicht glücklich sein bei solchen Erlebnissen? Doch dieser Patient hat sich nach einer Bestrahlungsserie von Radium wieder verschlechtert.  Aber ich will nicht müde werden, immer um die Kraft zu bitten, die aus der unerschöpflichen Quelle „GOTT“ fließt und die Sie mir, guter Freund, übermitteln.

4. Eine Frau, die seit Jahren bei uns in Behandlung steht, wegen Blutarmut, wurde eines Tages von ihren Angehörigen mit einem Taxi in die Ambulanz gebracht, weil sie zusammengebrochen war. Mein Arzt stellte die Diagnose „Pangeas cor“, also Krebs der Bauchspeicheldrüse. Er sagte mir, dass er schon einige Male gedacht  hätte daran, aber nun spreche das Untersuchungsergebnis ganz dafür. Mir tat die liebe Patientin so sehr Leid. Doch mir kam der Gedanke: „es ist noch nicht zu spät, rufe BRUNO!“ und als ich der Kranken zum Abschied die Hand reichte, sagte ich ihr „ein gesundes Wiedersehen“ und legte mein ganzes Hoffen in Ihre Hände, lieber Freund.

Nach 14 Tagen wurde die Patientin aus dem Krankenhaus entlassen. Es hat sich herausgestellt, dass der Krebs ein Irrtum war und es sich nur um eine leichtere Erkrankung gehandelt hatte, die nun ausgeheilt war. Der Arzt schüttelte den Kopf und sagte: „wie konnte ich mich nur so gewaltig irren?“

5. Auch meine liebe Mutter und ich durften uns zu den Glücklichen zählen, denen durch Gottes Liebe und durch Sie, bester Freund, geholfen worden ist. Wir hatten schon beide fast zwei Jahre lang einen sehr lästigen Heuschnupfen, der bei jeder Gelegenheit (Gerüche, Wärme, Kälte usw.) auftrat. Noch am 28. September bei einem Bekannten konnte ich mich meines Schnupfens nicht erwehren. Erst ungefähr nach 14 Tagen wurde bei mir wie auch bei meiner Mutter die Überempfindlichkeit besser und ist nun ganz verschwunden. Wir sind sehr glücklich und danken Ihnen von ganzem Herzen.

Ich könnte auch noch einige andere Fälle anführen, über die ich gutes berichten könnte.

Doch werden ja alle von den Ärzten mit allerlei Medikamenten behandelt, sodass ich dadurch nichts Genaues angeben kann. Doch versuche ich mich, so gut ich eben kann, mich bei jedem Leidenden auf Sie, lieber Freund, einzustellen. Ich hätte gerne von Ihnen erfahren, ob es so recht ist und ich so weiter handeln darf.

Mein Chef ist Internist und hat das Buch „Die große Umkehr“ mit tiefer Ergriffenheit gelesen. Er erkennt die Richtigkeit darin, dass nur durch Gottes Heilkraft die Welt gesunden könne, die Sie, lieber großer Freund, der Menschheit vermitteln.

Er ist erfüllt von den wunderbaren Tatsachen. Aus dem Buche fühlte er auch einen Kraftstrom durch sich fließen, der ihn selbst mit Gesundheit und Wohlbefinden erfüllte. Seitdem ist das Buch sein ständiger Begleiter geworden. Ich soll Ihnen, lieber Freund, seinen tiefsten Dank übermitteln und er würde sehr glücklich sein, über Ihr Wirken weiteres zu erfahren oder wenn irgendwie möglich, Sie persönlich kennen lernen zu dürfen.

W. M.

 

Quelle:
FREIE ARBEITSGEMEINSCHAFT BRUNO GRÖNING (Hrsg.): Das Tor zum Weg (Stephanskirchen bei Rosenheim 1960) Januar, S. 6 - 8