Brief von Bruno Gröning an die Schauspielerin Lilian Harvey

Bruno Gröning, 29.9.1958
Abschrift (PDF)


Bruno Gröning
Plochingen/N., den 29. September 1958
Im Dornendreher 117



Frau
Lilian Harvey[1]
JUAN-les-PINS
(Südfrankreich)
Boutique Lilian Harvey



Sehr geehrte, liebe gnädige Frau!

Es war mir wie auch meiner Frau eine große Ehre, dass wir Sie am 14. d. M. kennenlernen durften[2]. Hierbei stellte ich fest, dass wir einen sehr guten Kontakt zueinander hatten, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil Sie ein wirklich wahres, offenes Menschenherz haben. Nicht genug, dass Sie in früheren Jahren Menschenherzen durch Ihre Filme erfreuten, sondern da Sie heute erst recht noch mehr Menschenherzen erfassen, indem Sie ein wirklich wahres, großes Interesse zeigen, mit Menschen aus nächster Nähe Kontakt aufzunehmen, wobei Sie Ihre große Liebe zu den Menschen diesen offenherzig zu fühlen geben.

Dass ich nach meiner Rückreise erst heute dazu komme, Ihnen diese Zeilen zu schreiben, liegt einfach daran, dass ich mit Arbeiten hier in meinem Hause derart überschüttet bin und erst das Gröbste und Allerwichtigste, was mich in meinem Wirken bedrängte, erledigen musste. Wie gesagt, da ich Ihnen versprochen habe, einiges Schriftenmaterial wie auch Zeitungen zu schicken, will ich diesem Versprechen sofort nachkommen, indem ich mit gleicher Post Ihnen eine Serie von 11 Zeitungen des "Neuen Blattes"[3] übermittle, aus denen Sie entnehmen können, dass ein Arzt sich die Mühe machte, Nachforschungen dahingehend anzustellen, ob und inwieweit Wahres an und um Gröning ist. Es ist nicht viel, was Sie aus diesen Zeitungen entnehmen können, aber es ist doch wenigstens etwas, mehr oder weniger müsste ich sagen, Einmaliges, dass es einen Menschen gab, der sich die Mühe machte, die Öffentlichkeit, richtiger gesagt, die noch notleidenden Menschen, das wissen zu lassen, dass es Kräfte gibt, die die Wissenschaft und auch die Medizin mit dem Verstand nicht erfassen können. Es ist so viel mehr daraus zu entnehmen, dass Menschen wieder glauben können, dass sie nicht ganz ohne Hilfe sind und somit eine große Hoffnung schöpfen können, dass auch sie wieder gesund werden. Ich möchte diesen Brief nicht so weit ausdehnen, denn dann finde ich kein Ende und würde Sie, sehr geehrte liebe Frau Harvey, nur verwirren. Hier muss man wirklich sehr, sehr langsam vorangehen, um Sie nach und nach hierin einzuweihen. Soweit ich festgestellt habe, zeigen Sie hier ein großes Interesse, wie und auf welchem Wege Menschen geholfen werden kann. Daher will ich mir erlauben, Ihnen einige Erfolgsberichte in Abschrift beizufügen, aus denen Sie entnehmen können, dass Menschen von langjährigem Übel, welches auch Sie als Krankheit bezeichnen würden, auch ohne mein Beisein, gesund geworden sind, bei denen Ärzte jahrzehntelang alles Mögliche versucht hatten, nicht nur in ihrer Praxis, sondern auch in ihren Krankenhäusern, und doch nicht helfen konnten. Die meisten Heilungen, wie sie zustande gekommen sind, geschehen in meiner – ich muss sagen – "persönlichen Abwesenheit", also in den Fällen, wo ich von den Kranken brieflich, telegrafisch, telefonisch oder aber durch ein geistiges Rufen, durch einen anderen Menschen, der für ihn (den Kranken) auf demselben Wege gebeten hatte, oder dass Kranke bezw. Angehörige von Kranken, die einer meiner Gemeinschaften, besser gesagt meiner Freundeskreise, schon angehörten, gebeten hatten.

Es muss nicht unbedingt sein, dass diese von mir direkt oder durch einen anderen einen Gegenstand von mir erhalten, z. B. eine Kugel, Stanniolfolie, Foto oder anderes. Natürlich ist es besser, wenn sie einen solchen besitzen. Ich betone aber noch einmal, es ist nicht unbedingt notwendig. Es gibt in meinen Freundeskreisen Kranke, die in der ganzen Welt ihr Leben fristen, die ich in diesem Leben noch nicht gesehen habe, und doch haben sie ihr Ziel erreicht, kurz gesagt, die wussten sich wirklich auf die göttliche Sendung einzustellen und haben dabei – ich muss sagen durch mich – ihre Gesundheit zurückerhalten, was der Mensch von heute als Wunder bezeichnet. Daher wurde ich als Wundertäter, Wunderdoktor und ähnlich auch als Scharlatan und vieles andere mehr in der großen Öffentlichkeit herausgestellt. Ich muss hierzu sagen, das sind keine Wunder, das ist ein ganz natürlicher Vorgang, den der Mensch eben deshalb als Wunder bezeichnet, weil er von der Urkraft, die jedem Lebewesen zur Verfügung steht, nichts mehr weiß. Daher kann ich mit vollem Recht sagen: "Ich weiß nicht viel, ich weiß nur das, was Menschen heute leider nicht mehr wissen." Hierzu will ich mein Hiersein, mein Persönchen, kurz schildern: Ich habe mich von Menschen nicht verbilden lassen, ich bin einfach nur ein ganz natürlich gebliebener Mensch und habe mir auf mein Tun und Wirken, Menschen zu helfen, wie es tausendfach der Fall gewesen ist, niemals etwas eingebildet. Ich lehne jeden Ruhm ab und will weiter nichts, als weitere Menschen wieder auf den guten gesunden Weg zu führen, indem ich ihnen auch größte Hilfe leiste.

Mein größtes Studium ist, nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere und die Pflanzen kennenzulernen, wer und wie sie sind. Dass alle Lebewesen einer natürlichen Behandlung bedürftig sind, ist alleine deshalb selbstverständlich, da jedes ja ein natürliches Wesen, ein göttliches Geschöpf ist. Dieses mein Tun erstreckt sich auf ein Gebiet, das all das erfasst, womit die sogenannte exakte Wissenschaft sich seit Jahrhunderten beschäftigt. Zudem muss ich sagen, dass dieselbe mit dem Gefolge fast aller Menschen einen ganz falschen Weg eingeschlagen hat. Der beste Beweis wie auch meine Überzeugung ist immer gewesen, dass die Menschen bei einem Gespräch, bei einer Unterhaltung mit mir, kapitulieren mussten. Ich möchte jetzt nicht in Einzelheiten übergehen, um diese noch zu schildern. Betonen möchte ich aber, dass ich mehr oder weniger doch auf den Menschen eingestellt bin, ihm wirklich zu helfen, weil den Ärzten das Recht zugesprochen worden ist, Krankheiten zu behandeln und die Ärzte nun nachweislich alles versucht haben und noch versuchen, die Krankheiten zu heilen; niemals aber sind die Ärzte in der Lage gewesen oder noch in der Lage, den Menschen zu heilen. Diese und viele andere Beweise habe ich bereits vielen Ärzten gegeben, sodass auch diese nach unserer Unterhaltung zu der Einsicht kamen, dass dem so ist und sie nicht wissen konnten, wie den Menschen zu helfen sei, da sie praktisch doch nur die Krankheit zu heilen versuchen, und zwar in allen Fällen mit Heilmitteln, die praktisch gesehen mehr oder weniger eher ein Betäubungs- als ein Heilmittel sind.

Die Ärzte wissen, dass nur dann eine Heilung zustande kommen kann, wenn der Kranke die Beschwerden nicht mehr fühlt und somit zur Ruhe kommt, Hoffnung und Vertrauen schöpft und sich keinesfalls mit dem Übel Krankheit abgibt und sich dadurch in den Glauben versetzt: Jetzt wird es besser, jetzt werde ich gesund. Dieses vorerst in kurzen Zügen von den Ärzten, die doch praktisch nur zu dem Gefolge der sogenannten exakten Wissenschaft zählen.

Man stelle sich vor, wie es auch in Wirklichkeit, in Wahrheit ist, dass ich doch nur 1. ein kleiner Volksschüler bin und 2., dass ich doch nur ein Handwerk erlernt und doch nachweislich im Stande gewesen bin viele Berufe soweit fachmännisch auszuführen, dass ich in den meisten dieser immer an leitender Stelle stand. Hierzu stehen Menschen wirklich vor einer Frage: "Wie ist dieses nur möglich, woher hat dieser Mensch das Wissen und woher besitzt er diese Kenntnisse?" Von mir aus sehr leicht zu beantworten: "Von keinem Menschen." Ich weiß es einfach! Dass ich auch in anderen Berufen tätig war, hat alleine nur den Grund, zu den Menschen ihres Berufes in Gleichnissen zu sprechen, was sie am ehesten verstanden haben. Das ist weiter nichts als das, dass Gott den Menschen das so gegeben, dass sie sich ihres Körpers bedienen können, so sie es wollen. Alles Tun hängt von seinem Willen ab und liegt allein auf dem geistigen Weg.

Erst war nichts. Der Mensch hatte aber einen Willen, sich seines Körpers zu bedienen und etwas zu schaffen, besser gesagt, seinen Körper zu nützen, um sich sein Erdenleben zu erhalten (Selbsterhaltungstrieb). Hierbei liegt es ganz an seinem Wollen, ob gute, ob böse Gedanken ihn bewegen. Gute Gedanken erhält der Mensch aus der guten, der göttlichen Gedankenwelt, dagegen erhält er die bösen Gedanken aus der bösen Gedankenquelle. So der Mensch die Willenskraft, die eigene Willenskraft, noch nicht verloren hat, so setzt er diese Gedanken in die Tat um. Und so formt in Wirklichkeit, in Wahrheit, von dem jeder Mensch doch überzeugt sein müsste, der Geist (der Mensch) die Materie, indem er hierzu doch die erste Materie in Tätigkeit setzte, was jeder Mensch als Körper bezeichnet. Hiermit ist für den Menschen der Beweis dafür gegeben, wozu Gott ihn geschaffen und dass er, der Mensch, sich hier auf dieser göttlichen Erde ein Zuhause und zudem eine gesicherte Lebensexistenz, zu der er ja auch die volle Berechtigung hat, zu schaffen hat. Zu diesem, sehr geehrte, liebe Frau Harvey, gebe ich Ihnen diese meine Lebensweisheit, wie schon gesagt, noch zu Papier. Aus dieser geht all das hervor, was der Mensch in Wirklichkeit und Wahrheit ist und was er hierzu tun müsste, um sein Ziel vollkommen zu erreichen. Ich betone noch einmal, eine Lebensberechtigung hat jedes Lebewesen, nur muss jedes sich durchsetzen und das tun, was es sich selbst – immer alles in allem gesehen – schuldig ist.

Der Mensch handelt nach seinem Willen,
Wie die Wille, so der Gedanke,
Der Gedanke bewegt den Menschen zur Tat.

Willst du das Göttliche erleben, so musst du danach streben.

Liebe das Leben = Gott. Gott ist überall.

Geld ist Macht, Gesundheit ist Allmacht.

Ungewollt ist es zu diesem langen Brief gekommen. Wie aber zuvor schon gesagt, ich habe den Anfang hier in diesem Brief, bei weitem aber noch nicht das Ende gefunden. Ich möchte Sie keineswegs mit diesem Brief langweilen, daher bitte ich Sie, sehr geehrte, liebe Frau Harvey, dass Sie sich erst einmal mit dem beschäftigen, was Wirklichkeit ist; was ich Ihnen an Geschriebenem übersende, entspricht der reinen Wahrheit, von dem die Menschen sich zu einem Bruchteil überzeugt haben. Alleine die Überzeugung gibt dem Menschen weitere Kraft. Man könnte dies die Überzeugungskraft nennen. Es ist auch nicht anders, wenn ein Mensch von sich aus von einem anderem überzeugt ist, dass er nicht nur ein Sicherheitsgefühl besitzen wird, sondern auch, dass er immer zur Tat, zu Taten, die er sich zutraut und auch glaubt, bewältigen zu können, übergeht. Auch hierin kann gesagt werden, dass der Mensch immer von sich aus das tut, was er will. Und so überlasse ich es Ihnen, sehr geehrte, liebe Frau Harvey, wie und wovon Sie sich überzeugen wollen.

Fassen Sie bitte diesen Brief nicht so auf, als wollte ich Sie überrumpeln durch Worte, womöglich beeinflussen. Ich möchte nicht, dass Sie gleich all das glauben, was man Ihnen sagt und ich Ihnen hier schreibe. Sie, wie jeder andere, haben die Pflicht und Schuldigkeit, sich immer, alles in allem gesehen, zu überzeugen. Ich möchte nicht, dass Sie zu den Leichtgläubigen zählen, im Gegenteil, wie ich es auch immer jedem Menschen anrate, dass er nicht gleich all das glaubt, von dem er noch nicht überzeugt ist. Mein Wunsch geht da hinaus, dass auch Sie, sehr geehrte, liebe Frau Harvey, nur an das glauben, wovon Sie sich überzeugen können. Dieses alleine ist heute meine Bitte und mein Herzenswunsch. Sollten auch Sie von weiterem Guten, von meinem Weg überzeugt sein, dann können auch Sie, genau wie ich, wenn auch nicht im großen Maße, aber auch schon Menschen helfen, vor allem wenn Sie auch an das glauben, dass der Mensch das wieder in seinen Körper zurückerhält, was ihn zur Ordnung führt, sodass Sie ihn wieder zu seinem Glück führen können. Das große Glück wie auch der Reichtum ist und bleibt alleine die Gesundheit und, dass der Mensch ein gesundes Erdenleben weiter führen kann usw., usw.

Um Sie wirklich nicht zu langweilen, möchte ich diesen Brief abschließen. Ich glaube, dass er für das Erste so ausreichend ist, dass Sie eine Weile nicht nur daran zu lesen, sondern auch daran zu tun haben werden, um sich auch von dem zu überzeugen, was Wahrheit ist. Wieder einmal kurz gesagt: Den Gröning nicht nur in seinen Person, sondern auch in seinem Tun und Wirken kennen lernen. Wer ihn noch nicht kennt, der lernt ihn kennen. Wieweit er, der Mensch, in diese Lehre hineinsteigt, hängt ganz von seinem Interesse ab. Eher und mehr wird er ihn zu guter Letzt aus nächster Nähe kennen lernen. Natürlich muss jeder Mensch erst einmal die dementsprechende Erfahrung sammeln, sodass aus dieser Sammlung von Erfahrungen einen Rohbau des Ganzen fertigstellt. Die Feinheiten als solche kommen später, d.h. so nach und nach. Erst die Begegnung, dann diese Schreiben, dann wird wieder einmal möglich sein, dass wir uns, wenn nicht in Frankreich, dann in Berlin oder umgekehrt, sehen und sprechen werden.

Vergessen möchte ich nicht, Ihnen mitzuteilen, dass die Aufnahmen, d. h. der Film, bis heute noch nicht entwickelt ist, da der Film noch nicht ganz verbraucht ist. Alles in allem gesehen, werden noch 6 Wochen deshalb vergehen, weil ich wieder auf Reisen bin und daher die Aufnahmen nicht früher schicken kann. Ich werde von unterwegs alles Weitere zu veranlassen wissen. Nun die Frage: Wohin darf ich die Bilder (Fotos) senden? Nach Südfrankreich oder Berlin? Ich würde sie gerne beantwortet erhalten. Meine Sekretärin wird mir Ihre Nachricht nachsenden, sodass ich Ihnen einen kurzen Bescheid geben kann.

Ich glaube, dass ich Sie mit diesem Brief mit vielem überschüttet habe und muss nun doch endlich zum Abschluss kommen.

Ich sende Ihnen wie auch Ihrer lieben Freundin die allerherzlichsten Grüße wie Wünsche, ebenso meine Frau

Ihr

Bruno Gröning



Wollen Sie sich bitte vorerst mit den mit gleicher Post an Sie abgesandten Zeitungsartikeln beschäftigen? Weiteres Schriftenmaterial folgt nach meiner Rückkunft. Diese Verzögerung hat nur den Grund, dass ich hierselbst Tag und Nacht so vollauf beschäftigt bin, dass ich immer nur das Allerwichtigste erledigen kann.


[1] Lilian Harvey (1906-1968) war eine deutsche Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin, die vor allem Anfang der 1930er Jahre große Erfolge mit ihren Filmrollen feierte.

[2] Vom 4.8. bis zum 16.9.1958 befanden sich Bruno Gröning und seine Ehefrau Josette auf einer Reise nach Südfrankreich und Monaco. Auf der Rückfahrt besuchten sie Lilian Harvey in deren Haus an der Côte d'Azur.

[3] Gemeint ist die Artikelserie "Sein Wort bannt die Krankheit" von Dr. Horst Mann, die 1957 in der Wochenzeitschrift "Das neue Blatt" erschienen war. Eine originalgetreue Abschrift wurde 2006 von Robert Tschuk im Zigguln Verlag, Klagenfurt, herausgegeben: "Bruno Gröning – Sein Wort bannt die Krankheit", ISBN: 978-902464-00-2


Quelle:
Archiv Bruno Gröning Stiftung