Brief von Hans Schuster an den bayerischen Ministerpräsidenten Hans Ehard

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Hans Schuster, Weilheim/Obb., 7.9.1949 
Abschrift (PDF)

Vorbemerkung
Ende August 1949 begann Bruno Gröning damit, auf dem sogenannten „Traberhof“ im bayerischen Rosenheim Glaubensvorträge vor Tausenden von Zuhörern abzuhalten. Viele Hilfesuchende befürchteten daraufhin, die bayerische Regierung werde ihm zum Vorwurf machen, er verstoße somit gegen das Heilpraktikergesetz und ein Verbot aussprechen wie wenige Monate zuvor im westfälischen Herford. Zudem war das Gerücht aufgekommen, Gröning wolle nach Amerika auswandern, weil ihn dort weniger bürokratische Hürden behindern würden. In der Folge gingen beim bayerischen Ministerpräsidenten Hans Ehard Dutzende Briefe ein, deren Verfasser inständig darum baten, Bruno Gröning keine Steine in den Weg zu legen.


Hinweis
Die Schreibweise wurde an die Richtlinien der aktuellen Rechtschreibung angepasst. Alle Unterstreichungen wurden wie im Original vorgenommen.

Ing. Hans Schuster Weilheim/Obb, 7.9.49

Mittlerer Graben 32


Sehr geehrter Herr Dr. Ehard!

In den Versammlungen der CSU konnten Sie menschlich sein, sind Sie es bitte jetzt auch & lassen Sie Gröning nicht gehen. So viele Tausende haben durch ihn wieder Hoffnung & meine Tochter ist erst 23 Jahre. Nervenklinik & Eglfing haben keinen Erfolg, bzw. kennt die Wissenschaft noch nicht alle Zusammenhänge. Wenn Gröning geht, ist für uns viel verloren & die Gegner haben wenig gewonnen, außer Antipathien. Das Elend ist so unsagbar groß. Von Ihrer hohen Warte können Sie etwas Gutes für die Armen tun, hören Sie nicht auf die kleinlichen Kläffer & helfen Sie auch, wo es möglich ist. Der Dank Vieler ist Ihnen sicher.

Hochachtungsvoll!

Ergebenst Hans Schuster

 

Quelle:
Archiv Bruno Gröning Stiftung