Der Presseschmutz wird abgewaschen – Teil 1

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Josette Gröning, 1960
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Ich habe als Frau meines verstorbenen Gatten denselben auf allen Reisen, und demzufolge bei seinen Glaubensvorträgen begleitet (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen), ich war bei ungezählten Heilungsvorgängen anwesend, ich war aber auch Zeugin all der Kämpfe und Vorgänge, die sich um Bruno Gröning abspielten. So erlebte ich auch viele Unterredungen mit Reportern, die ihn aufsuchten. Ich kann bestätigen, dass es nur ganz wenige Reporter gab, die sich die Mühe machten, meinen Mann als wirkliche Persönlichkeit kennen zu lernen. Die meisten dachten nur daran, mit sensationell aufgebauschten Presseartikeln Geld zu verdienen. Deshalb schien es ihnen gleich zu sein, ob sie Wahrheiten schrieben oder nicht, im Gegenteil, je mehr sie logen und dunkle Geschichten bzw. Behauptungen zweifelhafter Art „erfanden“, desto „interessanter“ wurde der „Wunderdoktor“, desto reißender war letzten Endes der Absatz an Zeitungen. Die Zeitungen (neben so genannten „Managern“) waren es also, die an Bruno Gröning Geld verdienten, während dieser jedoch zum „Geschäftemacher“ gestempelt wurde. Die Masse des Volkes ist ja so leichtgläubig! Wer unter der deutschen, nach oberflächlichen Reizen hungernden Leserschaft würde das jemals nachprüfen, was man ihr in großen, fett gedruckten „Schlagzeilen“ präsentierte?! „Was die Zeitung schreibt, muss doch wahr sein!“ – oder? Den Gegnern Bruno Grönings war alles recht, was im niederziehenden Sinne über ihn erschien; wer weiß, ob nicht auch irgendwelche, von ganz bestimmter Seite beauftragte Geldgeber dahinter standen?

Wie ist doch der Mensch so schwach, wenn man ihm mit großen Geldbeträgen winkt! Jedenfalls ist vielleicht meine Annahme (und lediglich um eine solche handelt es sich) nicht ganz „aus der Luft gegriffen“, dass ärztliche Teilhaber und Vertreter der so sehr „exakten“ Wissenschaft (einschließlich der Pharmazie bzw. bestimmter Heilmittelfabriken) ihre „Hand mit im Spiele hatten“, zumindestens aber nicht nur „ein Wörtchen“, sondern gar viele Worte mitzureden hatten! Den Hilfe suchenden Menschen aber, die vergebens eine Heilung bei Ärzten, Professoren und „Kapazitäten“ sowie „Koryphäen“ der medizinischen Wissenschaft gesucht hatten, war es völlig gleich, was man über Bruno Gröning schrieb. Sie hatten ja das Gegenteil erfahren, und waren dabei gesund geworden. Sie hatten Bruno Gröning als einen völlig und durchaus anderen Menschen kennengelernt, und das alles genügte ihnen. Und Bruno Gröning selbst? Wie stand er zu diesen Angriffen, zu diesen „Schlagzeilen“, die im wahrsten Sinne des Wortes „Schläge“ hinsichtlich seines Wirkens und seines Charakters bedeuteten!? Nahestehenden Freunden, die sich über die vor nichts zurückschreckenden Gemeinheiten eiskalter, gewissenloser Journalisten „aufregten“, sagte er: „Bleibt ruhig!“ – und „Sie wissen nicht, was sie tun!“ Mein Mann wollte schließlich die widerlichen und gehässigen Berichte gar nicht mehr sehen. „Ich begebe mich nicht in den Schmutz“, wiederholte er immer wieder.

Er war auch nie erregt darüber gewesen, denn – das können neben mir auch eine Menge von Freunden bezeugen – er stand über der Situation, er blieb ruhig, auch bei Gerichtsverhandlungen. Wie klein erschienen ihm diese Menschen, die doch zum Spielball jener dunklen Kräfte selbst wurden, deren sie ihn beschuldigten! Dass sein Weg nicht leicht war und auch nicht leichter werden würde, das war ihm stets bewusst gewesen. Hat man nicht einst einen Meister Jesu beschuldigt, er stünde mit dem Satan im Bunde? Wurde nicht auch Jesus bedrängt, musste nicht auch Jesus fliehen, und hatte man ihn nicht letzten Endes ans Kreuz geschlagen? Sollte es ihm da besser ergehen, ihm, der sich niemals mit Meister Jesu verglich, aber durch dessen Wesen eben auch die Kraft aus jener Quelle strömte, aus der sie Meister Jesu empfing?

Wer hat, so muss ich fragen, die Mission und die Sendung Bruno Grönings wirklich ganz begriffen und erkannt? Die damaligen Freunde werden sich vielleicht über diese meine Ausführungen entrüstet an die Brust klopfen und behaupten: Wir, die wir ihn so oft erleben durften, wir, die wir so vieles, vieles Gute von Bruno Gröning geschenkt bekamen, ja, wir haben ihn doch gekannt! Wir haben ihn doch begriffen! Ich frage wieder: „Wirklich, liebe Freunde?“ Ich möchte jedoch an dieser Stelle nicht so weit ausholen und bis in Einzelheiten jetzt schon ausführlich werden – dies zu einem späteren Zeitpunkt –, aber ich möchte erwähnen, dass mein Mann ausgesagt hat: „Die Heilung macht nur etwa fünf Prozent meines eigentlichen Wirkens aus!“

Von dieser seiner inneren Einstellung abgesehen, wäre es meinem Mann, der Tag und Nacht nur an die Leidenden und Kranken dachte und dementsprechend HANDELTE (im Gegensatz zu vielen Scheinchristen, die im „Lippenchristentum“ stecken geblieben sind), auch gar nicht möglich gewesen, sich um so viele Zeitungsberichte und Artikel zu kümmern, überall Veto einzulegen, einstweilige Verfügungen zu erlassen, er hätte ja dazu extra einen Rechtsanwalt, eigentlich mehrere Rechtsanwälte gebraucht! Woher aber sollte er das Geld dazu nehmen? Oder er hätte ständig von Redaktion zu Redaktion, von einem Prozess zum anderen eilen müssen… Wo aber wäre dann die Betreuung der Kranken und Leiderfüllten, Verzweifelten und ärztlicherseits aufgegebenen Menschen geblieben? Er hatte doch wirklich bereits genug, mehr als genug mit den vielen Prozessen zu tun, die ihm seine – wohl um ihren Broterwerb bangenden – ärztlichen Gegner (auch das ist eine wohl begründete Annahme!) angehängt hatten.

Nun aber, da er sich nicht wehrte, um der Leidenden willen sich nicht wehren wollte, wurde er gewissermaßen zum „Sensations- und Verleumdungsfreiwild“ einer skandalistischen und korruptiven, das Anständige und Gute in einem Menschen ausrottenden Presse herabgewürdigt, – einer Presse, die stets die „demokratische Freiheit“ weidlich ausnutzte, wobei festzustellen ist, dass diese „Freiheit“ fast lediglich noch im „vergiftenden“ und unmoralischen bzw. unethischen Sinne be-steht und die diesbezüglich aus Weiß tatsächlich Grau, ja dunkelstes, schwärzestes Schwarz machen kann und darf! Ich sagte „fast“, weil es auch noch gute Dinge gibt!

Über zwei Meter hoch, einen dicken,Aktenschrank und viele, viele Ordner füllend, waren die Presseartikel über meinen Mann in Plochingen angeschwollen, jeder Artikel eine Wolke anderer Beschuldigungen „verbreitend“, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen (wie zum Beispiel die gute Artikelserie  des Dr. Horst Mann im „Neuen Blatt“). Als selbst ein besonders nahestehender Mensch eine an Schmutzigkeiten wohl alles übertreffende pfuhlhafte Broschüre gegen ihn vorbereitet hatte, die aber zum Glück infolge der gar zu dick aufgetragenen Lügen beschlagnahmt werden konnte, von der jedoch anscheinend doch etwas in die für alles Herabziehende leicht aufnehmbare Presse gesickert war, da schien das Maß der Gemeinheiten voll zu sein. Der „Nahestehende“, ein Judas, hätte ihn, den begabten Heiler, beinahe verkauft für 50.000 Deutsche Mark, denn soviel war ihm von der Presse geboten worden(!) – wie dereinst jener, der es noch billiger tat, nämlich für 30 Silberlinge.

Ja, noch liegen sie alle vor mir, diese unerhörten Presseartikel, die die Grenzen des allereinfachsten Taktes überschritten hatten (man sollte sie kurzweg als „Schmierereien“ bezeichnen!) und deren Verfasser wirklich alle miteinander diese oder jene Rechtsbrüche (beispielsweise vor Gott!) begangen haben. Ich, als Witwe des Verstorbenen, die ich mich meinem Gatten auch jetzt noch besonders nahe fühle, halte es für meine innere Pflicht, der Öffentlichkeit die Wahrheit bekannt zu geben. Daher werde ich einzelne Zeitungsberichte herausgreifen, und sie Punkt für Punkt widerlegen bzw. richtigstellen. Alle Berichte kann ich natürlich infolge der großen Vielzahl nicht vornehmen, aber ich will mich vor allem jenen Autoren „widmen“, die sich nicht einmal scheuten, meinen Mann nach seinem Tode nicht in Ruhe zu lassen. Ich habe mich auch inzwischen informiert, dass es nach dem deutschen Recht ein Gesetz gibt, das die Verunglimpfung Verstorbener untersagt, und ich werde von diesem Recht, falls es notwendig werden wird, Gebrauch machen. Das möchte ich hiermit bekannt geben, ich werde es tun nicht nur wegen des Andenkens an meinen Mann, sondern vor allem um des vielen, vielen Guten Willen, das Bruno Gröning unter Aufopferung seiner eigenen Gesundheit an den leidengen Menschen vollbracht hat – unter Aufopferung eines bequemen und gesicherten, ja zumeist auch privaten Lebens, unter der stillen Erduldung all der Schmach, all des Hohnes und Spottes und der Verächtlichmachung seiner Person. Ich werde aber nicht mit gleichen Waffen „zurückschlagen“ und in gehässiger oder „spitzfindiger“ Weise den Journalisten, besser gesagt, „den Presseschlangen ans Zeug fahren“, sondern ich werde vielmehr lediglich ganz sachlich die entstellten und „verdrehten“ Tatsachen ins rechte Licht rücken.

Damit suche ich der Wahrheit zum Siege zu helfen! Ich möchte aber auch – nicht zuletzt – einer besonderen Hoffnung Ausdruck leihen: wenigstens dadurch denjenigen Journalisten, die noch einen göttlichen Lichtfunken und eine – wenn auch schwache – innere Stimme besitzen, wieder diese ihre innere Gewissensstimme ins Gedächtnis rufen, denn für sie gilt ebenso ohne Ausnahme das Wort Jesu Christi:

– „Was du säest, das wirst du ernten!“ –

Ich lege Ihnen, liebe Leser, aber noch ein weiteres Wort des großen Nazareners an das Herz:

– „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!! –

Sie mögen die  – Früchte – der Presse und die Früchte der TATEN meines Mannes einander gegenüberstellen! Dann aber sollten Sie Ihr HERZ und Ihre UNTER-SCHEIDUNGSFÄHIGKEIT sprechen lassen!

Im Nachfolgenden möchte ich Ihnen gleich einmal vor Augen halten, was man von meinem Mann beispielsweise über seine frühere Berufstätigkeit alles behauptet hat.

Lügen, Lügen, nichts als Lügen!

Was Bruno Gröning nicht alles beruflich gewesen sein sollte …

DIE LÜGE:

1947 schrieb die „D… Zeitung“ u. a. „… Gröning trieb, als ihn der Chronist kennen lernte, einen Handel mit Lumpen und Altmaterialien.“

DIE WAHRHEIT:

Mein Mann hat nie einen Handel mit Lumpen oder Altmaterialien betrieben. Dies kann Frau Gertrud Gröning, die erste Frau meines Mannes, mit bestätigen.

DIE LÜGE:

„Später ließ er aufgekaufte alte Wehrmachtsstoffe und Autoreifen zu Turnschuhen verarbeiten, die allerdings oft keinem passen wollten.“

DIE WAHRHEIT:

Mein Mann hat sich deshalb Wehrmachtsstoffe und Autoreifen besorgt, um damit armen Menschen – in einer Zeit, in der es überhaupt nichts gab – eine Freude und eine kleine Hilfe übermitteln zu können. Aber er hat damit kein „Geschäft“ betrieben. Die ironische Bemerkung des Reporters, dass die Schuhe oft keinem gepasst hätten, ist eine Übertreibung. Jeder Mensch kann sich ausmalen, dass Schuhe aus Autoreifen gefertigt, sich nicht mit Schuhen aus neuem, bearbeitetem Material vergleichen lassen. Trotzdem waren viele Menschen herzlich froh, wenigstens solche an den Füßen zu haben!

 

 

DIE LÜGE:

„… arbeitete er beim Hilfsdienst der Vertriebenen. Er musste für die noch immer ein-treffenden Vertriebenentransporte in den Bauernhäusern Platz schaffen. Dabei be-zog er, wenn das Gedächtnis nicht trügt, in U… einmal beträchtliche Schläge. Aber das machte ihm nicht sonderlich viel aus. Der Hafenarbeiter und Hans Dampf in allen Gassen aus Danzig war in dieser Hinsicht Kummer gewöhnt.“

DIE V/AHRHEIT:

„Als mein Mann hörte, dass er „beträchtliche Prügel“ bekommen haben soll, lachte er sehr. Es stimmt keineswegs. Außerdem war Bruno Gröning niemals Hafenarbeiter gewesen.


DIE LÜGE:

„Als der Handel mit den Schuhen nicht mehr florierte, übernahm der Vielgewandte, der nebenbei noch allenthalben bereitwillig und gefällig war durch kleinere Reparaturen, die er in der Regel recht geschickt ausführte, eine Farbenvertretung. Das erwies sich als ein böser Reinfall. In dem „Lager“, das der „Großvertreter“ im Speicher eines der alten Häuser am Schlossberg eingerichtet hatte, türmten sich in magischem Halbdunkel allenthalben Kanister und Fässer rätselhaften Inhalts. Gröning setzte seine Ware in der schlechten Zeit reißend ab. Nun gab es unter seinen Farben seltsamerweise auch einige Gefäße mit „Kaltwellenmitteln“. Diese Kaltwellen wurden zu besonders hohen Preisen abgesetzt und nahezu ausschließ-lich von Damen der guten D… und H… Gesellschaft erstanden. Es kam zu einem fürchterlichen Skandal. – Woran es lag, konnte so recht keiner sagen. Aber die Kaltwellen müssen zugleich ein, vermutlich verdorbenes, Färbemittel enthalten haben. Kurz, die Haare der erwähnten Damen färbten sich, sehr wider ihren Willen, grünlich und türkis und brachen, in zwei Fällen, bis auf wenige Zentimeter ab, sodass die entsetzten Damen eine geraume Zeit Kappen tragen müssten. Etwa zur gleichen Zeit kamen von einer ganzen Anzahl von Malermeistern wütende Klagen wegen der erstandenen Farben. Die meisten erwiesen sich als derart hart, dass sie mit dem Hammer mühsam zerkleinert und anschließend langwierig neu gemahlen werden mussten. Andere Farben wiederum brachten nach dem Anstrich völlig neue und ungewollte Effekte, sie marmorierten, trugen ungleich auf, kurz, sie entsprachen keineswegs dem Farbton, der auf dem Etikett stand und versetzten die biederen Malermeister in helle Wut. Gröning nahm die Zornesausbrüche gelassen hin. Er hielt sich, nicht mit unrecht, für unschuldig. Er leitete die Beschwerden an den Generalvertreter weiter. Der erklärte sich für nicht zuständig. Es kam zu gerichtlichen Auseinandersetzungen. Gröning gewann in einem für ihn sehr positiven Vergleich. Aber er handelte hinfort nicht weiter mit Farben und Kaltwellen.“

DIE WAHRHEIT:

Hier haben wir ein sehr deutliches Beispiel, wie man meinem Mann Vorgänge und Dinge, die sich in seiner Nähe oder Umwelt irgendwo abgespielt hatten, einfach selbst in die Schuhe schob. Es wird weiter deutlich, wie leichtfertig und oberflächlich sich die Reporter informierten, wie sie gleich, wenn sie nur irgendetwas „munkeln“ hörten, dasselbe sofort mit Ihrem Fantasiebericht verquickten! Wer sieht auch diesen „Brüdern“ auf die Finger? Die hier vorgebrachte Geschichte mit dem Kaltwellenmittel, das verdorben war und von dem die Damen der D… guten Gesellschaft tatsächlich grüne oder türkisfarbene Haare bekamen, ist wahr! Auch dass die Malermeister manchen Ärger mit den Farben hatten, ist ebenso wahr! Nur mit dem einen Unterschied, sie passierte nicht meinem Mann, der weder mit Farben noch mit Kaltwellen gehandelt hatte, sondern einem ehemaligen Freund von ihm, einem Herrn K. – Wie entgegenkommend von dem Verfasser dieses Aufsatzes, dass er noch liebenswürdiger Weise schrieb, dass „Gröning die Zornesausbrüche gelassen hinnahm“!

Die Leser dieses Artikels müssen außerdem auch den Eindruck bekommen, als hätte sich der „sehr informierte“ Reporter sogar auf dem Landgericht die Akten zeigen lassen! Was allerdings der alte Speicher mit „magischem Halbdunkel“ zu tun hatte, das will mir nicht recht einleuchten. Vielleicht aber hatte der Reporter den ganzen Artikel aus einem „magischen Halbdunkel“ heraus geschrieben?

DIE LÜGE:

„… Gröning wurde mit einer Schar von Begeisterten Schauspieler. Er hatte auf den Ortschaften des D… zunächst Erfolge. Aber mit seiner Aussprache, überhaupt mit seiner Ausdrucksfähigkeit, haperte es. Gröning, der übrigens, das muss der Gerechtigkeit halber gesagt werden, gegenüber seinen Kameraden und Mitarbeitern in dieser Zeit hilfsbereit und großzügig handelte, der immer bereit war, das Letzte mit ihnen zu teilen, mindestens mit denen, von denen er annahm, dass sie ihm gegen-über zu entsprechendem Tun bereit waren, Gröning konnte nicht richtig sprechen, wenigstens im Sinne einer Bühne, auch einer anspruchslosen Laienbühne. Seine Sätze begannen meist bombastisch, grenzenlos, sich übersteigernd und – fanden nie ein logisches Ende.“

DIE WAHRHEIT:

Mein Mann hat eine Zeit lang als Hobby auf einer Bühne gespielt. Es hat aber nicht „an seiner Aussprache gehapert“ – obwohl er ein Deutsch sprach, das einen norddeutschen Akzent besaß und bestimmte Danziger Ausdrucksweisen aufwies – viel-mehr machte ihm das Spielen eine solche Freude, dass er selbst improvisierte. Vielleicht hat man ihm das damals übel genommen. – Doch zu etwas anderem: Der Reporter gab einerseits zu, dass Bruno Gröning sehr hilfsbereit und großzügig handelte, dass er stets das Letzte mit seinen Kameraden zu teilen im Begriffe war, – warum aber konnte es sich dieser Reporter nicht „verkneifen“, gleich eine Spitze mit hineinzubringen durch folgenden Nachsatz: „… mindestens mit denen, von denen er annahm, dass sie ihm gegenüber zu entsprechendem „Tun“ bereit waren“. Und was dies für ein „Tun“ war bzw. gewesen sein soll, darüber schweigt der Artikelschreiber. Wie raffiniert treiben doch solche Journalisten ihr Spiel und hängen sich hierbei ein sehr „objektiv erscheinendes Deckmäntelchen“ um! Einesteils schreiben sie Schlechtes und Verlogenes über ihre Zielperson, anderenteils aber scheinen sie derselben, was „das Gute in ihr anbetrifft“, sehr gewogen, sehr zuvorkommend und sehr „gerecht“ zu sein. Siehe hier zum Beispiel die Zusätze: „… das muss der Gerechtigkeit halber gesagt werden“ oder: „… übernahm der Vielgewandte, der nebenbei noch allenthalben bereitwillig und gefällig durch kleinere Reparaturen war, die er in der Regel recht geschickt ausführte …“ usw. Sie führen damit die Leser hinter das Licht, weil sie sich den Anschein geben, aus der „umstrittenen“ Person wirklich noch das Beste herauszuholen, bedauern aber dann mit einem Achselzucken gewissermaßen: „Ja, trotz meiner Mühe, etwas Gutes zu finden, kann ich leider, leider nichts Besseres sagen“, – obwohl festgestellt werden könnte, würden sie ihre Maske fallen lassen, dass sie von vorneherein gegen den Betreffenden eingestellt gewesen sind!

 

Dies kommt bei dem Reporter der „D… Zeitung“ denn auch ganz klar zum Ausdruck: „Grönings Weltruf“ nahm seinen Ausgang von D…“ (So beginnt er den Ihnen in einigen Auszügen gebrachten Artikel.) „Wohlgemerkt, das soll aber nicht bedeuten, dass sich das kleine Städtchen am Fuße des W… etwas darauf einbildete, eine solche „Errungenschaft“, von der in aller Welt gesprochen wird, für einige Jahre in seinen Mauern beherbergt zu haben. Aber jede Stadt hat ihre Käuze und Sonderlinge.“ Und nochmals zum Schluss schreibt er wieder: „Hier im Kreisstädtchen ge-hörte er zu den umgänglichen Sonderlingen und Käuzen, um die sich manche Städte seit Schilda und Seldwyla eigentlich sogar bemühen.“

Machen es sich diese Reporter eigentlich nicht bequem? Es ist doch viel leichter, einen Menschen, den sie infolge ihrer eigenen Begrenztheit und Engstirnigkeit nicht begreifen und durchschauen können (im guten Sinne des Wortes), und auch nicht wollen, weil sie gar keine Lust und Neigung haben, sich mit außergewöhnlichen Dingen zu befassen, als „Sonderling“ und „Kauz“ abzutun? Sie müssten sich sonst ja so viel Arbeit machen! Ist es nicht bequemer, ein „guter“ „Klatsch- und Ratschjournalist“ zu sein, als sich mit religiösen, heilerischen oder gar grenzwissenschaftlichen Problemen und Dingen abzugeben und dieselben zu studieren??? Ich möchte aber nun mit einer Frage abschließen: „Ob die Faulen und ewig Bequemen wohl auch so leicht, wie sie z. B. ihre Artikel schreiben, ins Himmelreich kommen?“ Das ist wie gesagt nur eine Frage!!!

 

Quelle:
Josette Gröning (Hrsg.): Der geistig-seelische Heiler (Denkendorf bei Plochingen/Neckar 1960) Nr. 3, S. 37-43