Der Presseschmutz wird abgewaschen – Teil 2

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Josette Gröning, 1960
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Heute möchte ich Ihnen von einem Reporter berichten, der einfach „mutig“, um nicht zu sagen „frech“ über meinen Gatten Folgendes schrieb: „Der einstmals mit dem Glorienschein der Weltsensation umgaukelte „Heilapostel“, der heute zusammen mit einem Arzt und einem Apotheker bei Mittenwald ein gut gehendes Sanatorium ohne Tadel und Tamtam leitet, wird wieder einmal ans Rampenlicht der Öffentlichkeit treten.“

Hierzu möchte ich Folgendes erklären: Mein Mann hat nie ein Sanatorium bei Mittenwald besessen. Es haben ihm aber verschiedene Leute auf ein bestimmtes Gebäude bei Klais in Mittenwald aufmerksam gemacht bzw. ihm dasselbe „angetragen“, dass sich dasselbe sehr gut für ein Sanatorium eignen würde. Einige Menschen haben sich auch bereit erklärt, hierfür Geld zu geben, sodass ein Apotheker und ein Arzt hätte angestellt werden können. Es ist jedoch nie dazu gekommen, da Manager, die sich unter Vorspiegelung guter Absichten ihm aufgedrängt haben, dies vereitelten. Sie, die Manager, beabsichtigten ja, mit meinem Manne Geld zu verdienen. Eine Klinik, in der möglicherweise alles geordnet zugehen würde und in welcher eine Überwachung in finanziellen Angelegenheiten durchgeführt werden könnte, wäre in den Augen dieser Manager ein „Dorn“ gewesen. 

Der Reporter hat aber – wie man so sagt – „Wind von der ganzen Angelegenheit bekommen“ und „etwas von einem Sanatorium gehört“. Flugs berichtete er von „Tatsachen“, die keine Tatsachen waren!

Interessant ist jedoch, dass er gleich in seinem Reporter-Jargon schrieb, um die Glaubwürdigkeit seiner berichteten „Tatsachen“ zu erhärten –, es sei ein Sanatorium „ohne Tadel“ und „ohne Tamtam“, womit er wahrscheinlich auf die Stanniolkugeln anspielen wollte, die überall als „Hokuspokus“ und als „Scharlatanerie“ angesehen wurden – nur nicht von denjenigen, die durch die Konzentration auf die durch die Kugel hindurchfließende göttliche Kraft, den göttlichen Strom, in sich aufnahmen. 

Interessant ist weiterhin, dass diese Behauptung eines Reporters, der von der viel gepriesenen „Pressefreiheit“ kräftig Gebrauch machte, von nicht weniger als 41 Zeitungen der Bundesrepublik aufgegriffen wurde, die alle fast denselben Wortlaut brachten. Es können selbstverständlich noch mehr Zeitungen gewesen sein, die mir wahrscheinlich gar nicht alle zu Gesicht kamen. Sie schrieben alle voneinander ab. Und die Menschen glaubten es, weil es „in der Zeitung stand“.

In der Schule flog man früher bei wichtigen Prüfungsarbeiten raus, wenn es sich herausstellte, dass man abgeschrieben hatte. 

Wer sorgt dafür, dass solche unfairen und verlogenen Reporter aus ihren Zeitungsanstalten entlassen werden? 

 

Quelle:
Josette Gröning (Hrsg.): Der geistig-seelische Heiler (Denkendorf bei Plochingen/Neckar 1960) Nr. 4, S. 55