Die Heilkraft Grönings

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Marga Lössner, 14.9.1949
Abschrift (PDF)

Die Öffentlichkeit wird seit Wochen in Atem gehalten von einem Phänomen, über das man nicht einfach hinweggehen kann. Fragen werden gestellt, und hart prallen die Meinungen aufeinander.

Gestatten Sie einer alten Frau, die sich seit 43 Jahren um die Erforschung und Erkenntnis geistiger Dinge bemüht, dazu Stellung zu nehmen.

Dass eine neue Zeit kommt, spüren wir alle bis in die Knochen, und dass alles neu werden muss, wenn es stimmen soll, wissen wir auch. Und mit dieser neuen Zeit werden uns auch neue Heilweisen geschenkt.

An den Tausenden und Abertausenden von Kranken, die sich an Bruno Gröning wenden, sehen wir erst so recht, welches Heer von Krankheiten von der Schulmedizin nicht geheilt werden kann und dass das beschränkte menschliche Wissen schweren Erkrankungen hilflos gegenübersteht.

Das soll man nicht falsch verstehen. Es soll damit nichts gegen die Ärzte gesagt werden. Sie können ja nichts dafür. Im Gegenteil, die meisten mühen sich ehrlich mit den ihnen zur Verfügung stehenden unzulänglichen grobstofflichen Mitteln um die richtige Diagnose und mit unzulänglichen Medizinen um die Heilung der Leidenden.

Viele fühlen es wohl, dass ihre Arbeit in vielen Fällen illusorisch ist und leiden selber darunter. Sie tun ihre Pflicht. Sie tun manchmal sogar mehr als ihre Pflicht.

Namentlich die Kassenärzte fühlen das Unhaltbare ihrer Situation. Erst neulich klagte mir ein Kassenarzt, ein gewissenhafter, ausgezeichneter, noch junger Arzt, sein Leid, dass ihm von der Kasse vorgeschrieben würde, welche Arzneien er den Kranken zu verschreiben habe und welche nicht und dass er sich danach zu richten habe, dass die Arzneien einen gewissen Preis nicht überschreiten dürften. "Ich kann das vor meinem Gewissen nicht mehr verantworten", erklärte er mir, "und ich mache das nicht mehr mit. Ich suche neue Wege ..."

Und nun kommt "so ein Bruno Gröning" und heilt, heilt ohne mühsame Diagnosenstellung und ohne Arzneien, heilt mühelos, heilt Unheilbare …

Womit heilt der Mann? Wie macht er das? Er passt in keine Schublade. Das ist das "Fatale"!

Er heilt mit etwas Unsichtbarem.

Er ist Träger eines einzigartigen Strahlenfeldes.

Er heilt mit geistiger Kraft!

Viele Fragen werden jetzt in der Öffentlichkeit gestellt. Was ist das für eine Kraft? Wo kommt diese Kraft her? Ist sie erweiterungsfähig, um eine große Anzahl Menschen zu umfassen? Erschöpft sich diese Strahlungskraft? Aus welchen Kräften wird sie ergänzt? Wie gehen die Heilungen vor sich? Ist es Suggestion? Ist es Hypnose?

Die Wissenschaft weiß es nicht. Sie müht sich um Erklärungen – aber es ist etwas, was mit dem Intellekt nicht zu erfassen ist …

Nun, wenn die "Großen" nichts wissen, müssen wir die "Kleinen" fragen, wo diese Kraft herkommt. Das einfache Volk sagt: Vom Herrgott kommt sie!

Sollte sich auch hier das Dichterwort von dem kindlichen Gemüt bewahrheiten, das instinktiv und intuitiv das Richtige trifft und das mit den Zeilen beginnt: "Und was der Verstand der Verständ?gen nicht sieht ..."[1]. Ja, so ist es!

Diese Heilungen haben mit Suggestion und Hypnose nichts zu tun. Auch nichts mit Psychotherapie (obwohl es keinen größeren Psychotherapeuten als Bruno Gröning gab; dies ist jedoch nur als Nebenerscheinung zu verstehen. – Anm. d. Red.), was mir übrigens Dr. X.[2] mit seltener Klarsicht in seinem Gutachten bestätigte.

Bruno Gröning heilt mit geistiger Kraft!

Diese göttliche Kraft fließt durch alles hindurch.

Und wie sie alles durchströmt, so durchströmt sie auch den Menschen. Es ist die Kraft, aus der wir alle leben!

Und Bruno Gröning ist befähigt und imstande, als demütiges, reines Gefäß diese Kraft in einer Stärke aufzunehmen, wie es dem Durchschnittsmenschen nicht gegeben ist. Sie strömt durch ihn hindurch, und er gibt sie, selbstlos der Menschheit dienend und sich der hohen Gnade würdig erweisend, weiter.

Wo diese Kraft hindurchdringt, da richtet sie alles gerade, und bringt alles in Ordnung. Da macht sie aus Krankheit Gesundheit, da macht sie aus Unordnung Ordnung. Die Zellen des Körpers müssen sich von selber richtig ordnen, denn diese Kraft ist Gesundheit, ist Ordnung, da sie von Gott kommt. Und je mehr man sich dieser Kraft öffnet und für diese Kraft empfangsbereit ist, umso stärker kann diese Kraft wirken. Wir brauchen gar nichts weiter zu tun, als uns diese Kraft schenken zu lassen, als zu "empfangen". Wir Menschen der jetzigen Zeit haben verlernt, vor Gott wie die Kinder zu werden und in aller Einfachheit und Kindlichkeit dankbar zu empfangen, was Er uns schenkt, einfach niederzuknien.

Das religiöse Suchen dieser Zeit wird immer stärker, und nur vom Religiösen her kann die Not der Zeit überwunden werden, denn der Intellekt, der an die Beschränkung der Materie gebundene menschliche Verstand, hat versagt …

Es ist an der Zeit, dass man einmal die Begriffe klarstellt und sich über den Unterschied zwischen Intellekt und Geist klar wird, zwischen dem Intellekt, dem Irdisch gebundenen menschlichen Verstand, der von sich aus nichts Höheres erkennen kann, und dem lebendigen Geist des Menschen, dem göttlichen Licht, was sein wahrer Wesenskern ist, sein eigentliches "Ich".

"Mit dem Verstand allein kommt Ihr nicht weit,
Der ist beschränkt auf Raum und Zeit,
Und voller Irrtum, Trug und List,
Weil er der Erde ganz verhaftet ist.
Wenn ich die Dinge recht beseh?,
Erkennt er nicht das ABC."

Daran krankt ja die ganze Menschheit, und das ist ihre Sünde, dass sie den Intellekt überzüchtet hat und alles verstandlich "erfassen" will, auch was sich nicht verstandlich erfassen lässt, während sie das göttliche Licht in ihrem Herzen, das sie zur leuchtenden Sonne entwickeln sollte, erstickt hat. Und hier liegt die Wurzel unseres ganzen Elends.

Intellekt hat mit Geist nichts zu tun!

Der Geist ist demütig, denn er weiß, dass er alles von dem leuchtenden Zentrum, das alles geschaffen hat und alles mit seiner Kraft erhält, empfängt.

Nur der aufgeblasene kleine menschliche Verstand, der nichts weiß und über die Mauern der grobstofflichen Erscheinungswelt nicht hinausschauen kann, ist hochmütig und eingebildet auf sein "Wissen", das kein Wissen ist.

Der Intellekt ist kalt!

Er kennt keine Liebe. Er macht aus schwarz weiß und aus weiß schwarz. Ihm ist es gegeben, in Schlauheit und mit Zungenfertigkeit die Dinge zu verdrehen und aus Unrecht Recht, aus Recht Unrecht zu machen. Er weiß nicht, was gut und böse ist, während das Ge-Wissen, die leise Stimme in unserer Brust, Wissen hat und weiß, was gut und böse ist.

Die Menschen hätten sich von ihrem göttlichen Licht führen lassen sollen, doch haben sie die beiden Lichter umgestellt. Das trübe kleine Licht ihres armseligen menschlichen Verstandes haben sie zum Götzen erhoben, und der mahnenden Stimme aus ihrem Herzen haben sie kein Gehör geschenkt, sodass die Entwicklung der Menschheit in die falsche, d. h., in die nicht von Gott gewollte Richtung, getrieben wurde. Die Menschen haben die Harmonie der göttlichen Gesetze verbogen, was zwangsläufig zu Katastrophen führen muss.

"Der Menschheit Schuld ist riesengroß,
Vor dem Zertrümmerten steht sie nun fassungslos.
Ich seh? das Ende kommen, untrüglich sind die Zeichen,
Wenn Ihr nicht umstellt Eure Weichen!"

Was nicht mit den göttlichen Gesetzen übereinstimmt, kann sich auf die Dauer nicht halten und muss stürzen. Entfernen wir uns von Gottes Gesetzen, von der ewigen Ordnung der Dinge, verlieren wir die Verbindung mit unserem Urgrund, der uns hält, so sind wir verloren und müssen in die Tiefe sinken. Das ist eine nüchterne, sachliche, leider nur zu wahre Selbstverständlichkeit.

Wir brauchen weiter nichts zu tun, als Gottes Gesetze in ihrer Einfachheit, Selbstverständlichkeit und Logik zu erkennen und unsere Gesetze in die göttlichen Gesetze hineinzustellen, sodass sie in eins schwingen, und Harmonie und Ordnung, Blühen und Gedeihen ist die selbsttätige Folge davon.

"Denn in der Wahrheit hellem Scheine
Wird alles richtig von alleine,
Weil alles wird, wie?s Gott gefällt!"

Die Wahrheit ist einfach. Sie ist gar nicht "kompliziert". Sie erfordert kein messerscharfes Denken, und so kommt es, dass der einfache schlichte Mensch dem Erkennen der Wahrheit näher steht als der hochgelehrte Mann, der sich mit seinem überzüchteten Intellekt selbst die Mauern gebaut hat, die ihn hindern, die Wahrheit in ihrer Schlichtheit zu erkennen. Und so ist es auch zu erklären und zu verstehen, dass sich hauptsächlich das einfache Volk gläubig um Bruno Gröning sammelt und die Intellektuellen skeptisch lächeln und "es" gar nicht verstehen können.

Tausende von Kranken atmen auf. Sie sehen einen Hoffnungsschimmer, und dieser heißt Gröning!

Ach, die Gesunden wissen nicht, was leiden heißt, und die uneingeschränkte Heilerlaubnis sollte bald, recht bald erteilt werden.

Wir können Persönlichkeiten, die sich öffentlich zu Bruno Gröning bekennen, nicht genug danken. Sie haben sich dadurch noch volkstümlicher gemacht, als sie schon sind. Bravo, Herr Polizeipräsident X., Herr Landtagsabgeordneter Y.! Auch Herr Dr. Z., der mit Bruno Gröning mitarbeitet und sich als Arzt vorurteilslos und mit seltenem Weitblick in den Dienst dieses unerhört Neuen gestellt hat, gebührt unser herzlichster Dank!

Bruno Gröning braucht den Titel "Arzt für Naturheilkunde" gar nicht zu bekommen. Er wird auch keinen Wert darauf legen, denn Bruno Gröning ist ein Arzt aus Gott, die Befähigung zum Heilen und die Erlaubnis zum Heilen hat er aus anderer Quelle bekommen. Wem Gott die Heil-Erlaubnis gibt, was sollen denn da die Menschen noch erlauben? Oder wollen sie gar verbieten, was Gott erlaubt hat, so sichtbar erlaubt hat??? Da haben wir zu schweigen – und das Geschenk dankbar hinzunehmen und die Heilungen als das zu erkennen, was sie sind, als eine Gnade.

Bruno Gröning kann mit vollstem Recht sein Sendungsbewusstsein in sich tragen und kann mit vollstem Recht von seiner hohen Berufung und seiner göttlichen Aufgabe überzeugt sein.

Von hellsehenden Augen wurde festgestellt, dass ein großer Lichtstrom von ihm ausgeht und dass die kranken Strahlen von den Menschen abgezogen und ins All hinausgeschleudert werden.

Bruno Gröning ist von Gott berufen worden, der uns durch ihn seine Heilkraft schenkt, und wir, namentlich die Behörden, sollten alles tun, damit er seiner hohen Berufung ungestört leben kann. Er hat sich noch nicht restlos entfalten können. Er wird immer mehr in seine Berufung hineinwachsen, sofern ihm keine weiteren Schwierigkeiten gemacht werden. Ganz abgesehen von seinem einzigartigen Hellsehen, wird er noch viel größere Heilungen vollbringen als bisher, denn er hat auf Gott gebaut, und nur auf Gott!

Liebe Leute, man darf den Platz, an dem Bruno Gröning heilt, nicht zu einem Rummelplatz machen und die traurige Ansammlung von Leidenden nicht zum Anlass nehmen, einen Jahrmarktsbetrieb aufzuziehen. Deshalb ist die Errichtung von Heilstätten das dringende Gebot der Stunde. Keinen Tag darf mehr gezögert werden, so viele kranke Menschen als möglich dieser heilenden Gotteskraft zuzuführen, denn wer weiß, wie lange wir Bruno Gröning noch unter uns haben dürfen, denn in seiner Hingabe an die Menschen opfert er sich auf.

Er braucht wenig Schlaf. Er braucht wenig Nahrung. Die Kraft Gottes stärkt ihn, wenn er müde ist, und die Kraft Gottes speist ihn, wenn er hungrig ist. Es sollte uns doch angesichts dieser Tatsachen wie Schuppen von den Augen fallen – und wir sollten uns nicht länger um wissenschaftliche Erklärungen abmühen …

Bruno Gröning passt nicht in die wissenschaftlichen Schubladen! Es liegt doch klar auf der Hand, dass es für diese göttliche Kraft keine Begrenzungen und Entfernungen gibt und dass Fernheilungen genauso durchgeführt werden können wie Heilungen in der Nähe.

Ich hörte Bruno Gröning in T... sprechen. Ich habe nicht mitgeschrieben, um mich nicht um das Erlebnis zu bringen, Bruno Gröning zu sehen und sprechen zu hören. Er sprach einfach, nur immer einzelne Sätze. Kein Wort zu viel und kein Wort zu wenig. Er machte kein Geschwätz. Hinter jedem Wort stand seine ganze Überzeugung und seine Persönlichkeit.

"Ich gehöre nicht mir selber", sagte er. "Ich stelle mich ganz in den Dienst Gottes. Ich will alle Menschen heilen, ganz gleich, welcher Religion, ganz gleich, welcher Nation, denn wir sind alle Kinder Gottes!" Nach jedem Satz unterbrach ihn der tosende Beifall der begeisterten Menge. "Ich war immer ein armer Mann und will ein armer Mann bleiben. – Gott hat euch gesund gemacht! ES ist die beste Arznei. Glaubt an Gott! Reißt allen Schmutz aus euch heraus! Nehmt euern Herrgott in euch auf! Er ist es, der euch gesund macht!" – Die Menge sang: "Großer Gott, wir loben Dich, und wir preisen Deine Stärke!" Und man spürte, das war echt!

Ein katholischer Pfarrer sprach, während Herr Gröning auf dem Balkon stand, sehr schöne Worte zur Menge.

Ein glückstrahlender Vater erschien auf dem Balkon. "Er hat meine Tochter gesund gemacht", und das junge Mädchen ging auf dem Balkon auf und ab, um zu zeigen, dass es gehen konnte wie eine Gesunde. Es war spinale Kinderlähmung. Sie musste hinaufgetragen werden. Und unten standen wieder Gelähmte auf und gingen …

Bruno Gröning heilt nicht nur psychisch überlagerte Leiden. Er heilt auch organische Krankheiten, was übrigens in dem Gutachten von Dr. X. bestätigt wird. Das einfache Volk hat nämlich schon lange gefragt: "Ja, wo war denn bei dera Ent?n ein psychogen überlagerter Komplex? Oder bei dem Pony?"

Wir wollen Herrn Gröning danken für alles, was er an den Kranken getan hat und ihn bitten, trotz allem, was man ihm hier schon angetan hat, doch bei uns in X... zu bleiben. Unser Dank gilt auch dem hochbegabten Medium, Frau Y., die ihre Gabe ebenfalls in den Dienst der Leidenden stellt. Und wir wollen auch nicht vergessen, dass wir es in erster Linie Herrn und Frau Z. zu verdanken haben, dass Bruno Gröning nach X... kam.

Nochmals: Erkennen wir modernen Menschen doch endlich unseren intellektuellen Hochmut und nehmen wir die Heilungen dankbar an als das, was sie sind: als eine Gnade Gottes!

[1]Verse aus einem Gedicht von Friedrich von Schiller: "Und was der Verstand der Verständ?gen nicht sieht, das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt."

[2] In der Zeitschrift "Lichthort", der dieser Text entnommen ist (siehe Quellenangabe), war es damals üblich, Eigennamen und Ortsangaben zu anonymisieren. Es ist daher anzunehmen, dass im zitierten Original die derart abgekürzten Namen ausgeschrieben sind.



Quelle:
Gertrud Elisabeth Weidner (Hrsg.): Lichthort, Zeitschrift für universale Gotteserfahrung, dualistische Geisteserkenntnisse und esoterisch-ganzheitliches Weisheitsgut (Verlag für Esoterische Wissenschaften, Marschalkenzimmern, Schwarzwald, 1963) Nr. 4, S. 147-153