E. N.

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P., 6.4.1957
Brief an Bruno Gröning
Abschrift (PDF)

Hinweis
Die Schreibweise wurde an die Richtlinien der aktuellen Rechtschreibung angepasst. Eigen- und Ortsnamen wurden anonymisiert, liegen im Ursprungsdokument jedoch ausgeschrieben vor.


Herrn Bruno Gröning
Plochingen-Stumpenhof
Im Dornendreher 117

E. N.
P., M…str. 11
P., 6. April 1957

Mein Erfolg durch Bruno Gröning!

Ich hatte schon oft durch Bekannte, die zu Ihnen, Herr Gröning, Verbindung hatten und durch Artikel in der Sürag von Ihnen als begnadeten Menschen gehört. Der ganzen Sache jedoch im Allgemeinen wenig Beachtung schenkend, lernte ich Sie im Jahre 1954 dann doch persönlich kennen. Sie besuchten in der Nacht vom 20. auf 21. März 1954 meinen Schwiegervater in Begleitung des Herrn S. und dessen Tochter, wo auch ich anwesend war.

Sie wandten sich u. a. auch an mich mit den Worten: „Na, und wie geht es Ihnen, junger Mann? Lassen Sie sich doch nicht immer durch andere Menschen verleiten! Wenn einer zu Ihnen kommt und sagt, komm mit, wir gehen mal dahin, „einen trinken“, und wenn Sie gleich selbst nicht, d. h. augenblicklich nicht die Absicht hatten, es zu tun, gehen Sie mit. Stimmt doch? Oder nicht?“ Ich presste ganz befangen und staunend ein Ja heraus. Sie, Herr Gröning, fuhren weiter: „Sie haben doch auch manchmal schon Geld hergeliehen und es oft nicht mehr zurückbekommen.“ Ich konnte auch das nur bestätigen. Sie sagten weiter: „Doch in Zukunft, wenn Sie etwas trinken wollen, dann tun Sie dies zu Hause, wollen Sie das?“ Ich wollte es. Ich hatte ab sofort den festen Willen. Abschließend sagten Sie noch: „Wir werden doch noch einen guten Menschen aus Ihnen machen.“

Ich war so überrascht über all das, was Sie, Herr Gröning, über mich sagten und von mir wussten, obwohl Sie mich doch eben erstmals gesehen hatten und konnte aus Überraschung kaum antworten. Aber zur gleichen Zeit gab mir dieses Gefühl den richtigen Glauben. Ich fühlte mich von diesem Zeitpunkt ab einfach zu Ihnen, Herr Gröning, hingezogen und wollte mich auch zu Ihnen und zu Ihrer Lehre bekennen.

Es war das reine, echte Gefühl in mir, die Stimme kann man sagen: Du musst jetzt dahin gehen, wo Bruno Gröning hinkommt, zu dem Menschen, der dich auf den richtigen Weg führen will, der dir hilft, an das Ziel zu gelangen und die göttliche Ordnung zu erlangen. Ich hatte das Gefühl und Empfinden, dass die Vergangenheit nicht dem entsprach, was ich in der Zukunft erhoffte. Ich wollte diese mir noch neuen Ratschläge und die Lehre ab sofort befolgen, danach handeln und danach leben. So wurde ich am 1. April 1954 Mitglied der P…er Ortsgemeinschaft des Gröningbundes.

Bei mir selbst, ich bin erst 27 Jahre alt, hatte der Arzt Dr. T. in P. schon einmal ein Geschwür am Zwölffingerdarm im Herbst 1952 festgestellt. Die Beschwerden stellten sich jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst ein, trotz der Diät und Rollkuren, die mir verschrieben worden waren und die ich auch ausführte. Aber, wie gesagt, ein dauernder Erfolg stellte sich nicht ein.

Nachdem ich nun in den Kreis der Gröningfreunde aufgenommen war, vertraute ich ganz auf Gottes Hilfe. Ich wusste, wenn ich in meinem Glauben an Gott stark genug bin, dann wird auch die Ordnung wieder in meinen Körper kommen oder einziehen.

Am 1. Sept. 1955 in der Frühe musste ich nach O. zur Messe fahren. Unterwegs spürte ich einen heftigen Juckreiz am ganzen Körper. Ich bekam etwas, was aussah wie ein Ausschlag. Es waren kleine rote Pünktchen in der Mitte und drum herum etwas, was einer dürren Haut gleichkam. Nach einigen Tagen war dies alles wieder verschwunden. Als ich wieder nach P. zurückfuhr und im Bahnhof P. ausstieg, verspürte ich Schmerzen in der Magengegend, die sich hauptsächlich auf der rechten Seite zeigten und bis in den Rücken hin ausstrahlten. Gerade noch zur rechten Zeit zu Hause angekommen, musste ich mich beeilen, um auf die Toilette zu kommen, wo ich mich erbrechen musste. Es behob sich jedoch gegen Abend wieder. Die folgenden Tage musste ich sehr hart im Geschäft (Maschinenfabrik) arbeiten, es wurde oft 23 und 24 Uhr bis ich heim kam. Es stand nämlich die P…er Messe bevor, die am 23. Sept. 1955 ihren Anfang nahm und bis dahin musste alles fertig werden. Krank melden konnte ich mich da nicht gut. Als ich dann auch die Messe [sic!] – es war Sonntagvormittag, der 24. Sept. – wurde mir beim Durchwandeln der einzelnen Hallen plötzlich sehr übel, und ich musste mich erbrechen und bekam wieder Schmerzen. Sie waren einmal mehr, einmal weniger, aber noch zum Aushalten. So ging es einige Tage, bis ich mich durch den Arzt krankschreiben ließ, denn es war mir nicht mehr möglich, zu arbeiten. Nach eingehender Untersuchung wurde ich geröntgt. Es wurde wieder ein Geschwür am Zwölffingerdarm festgestellt. Die Anweisung des Arztes war: „Essen Sie Diät und ruhen Sie“. Aber das hatte ich ja früher auch schon getan und hatte keinen Erfolg. Auch die verordnete Medizin hatte mir nicht geholfen, sodass ich mich entschloss, da ich einen derartigen Widerwillen gegen das Diätessen und gegen die Arznei hatte, nichts von beiden zu tun. Ich hatte den Glauben verloren, dass mir dadurch geholfen werden könnte. Ich habe einfach gegessen, was mir schmeckte und nach was ich Appetit hatte. Ich vertraute auf die Hilfe Gottes, denn nur Gott allein ist der größte Arzt, und auf diesen größten Arzt haben ja Sie, lieber Herr Gröning, mich hingewiesen.

Im November 1955 war es dann wieder etwas besser geworden. Ich ging wieder zur Arbeit. Aber nur einige Tage konnte ich durchhalten. Ich bekam immer wieder Brechreiz, Müdigkeit im Körper und starke Schmerzen im Magen. So blieb ich wieder zu Hause. Essen konnte ich so viel wie gar nichts. Kaum hatte ich Nahrung zu mir genommen, musste ich erbrechen. Es ist hier besonders zu bemerken, dass ich niemals die zuvor gegessenen Speisen erbrach, sondern nur grünlich-gelben Schleim. Es kam so weit, dass ich mehrere Tage gar nichts zu mir nehmen konnte. Das Einzige was ich tat, ich rauchte. Ich magerte ab und war ständig müde. Einen Spaziergang konnte ich kaum länger als eine halbe Stunde ausdehnen.

Als Sie, Herr Gröning, am 2. 12. 1955 nach P. kamen und vor der Gemeinschaft sprachen, fanden Sie so gute und liebe Worte zu mir, die ich in meinem ganzen Leben nie vergessen werde. Ich erkannte aufs Neue, dass ich hier einen Menschen gefunden habe, der mir wirklich zum Freund und Helfer geworden ist. Ja, ich wusste auch, dass ein Leben ohne Sie, gar keinen Sinn mehr haben würde. „Glauben und Vertrauen Sie, denn so wie sie glauben, so wird es werden.“ Und ich wusste, was ich wollte, ich wollte mit Gottes Hilfe gesund werden. Ich hatte wieder neuen Mut und den festen Glauben gefunden, dass es geschehen wird. Auch meine liebe Frau, die ebenso zur Glaubensgemeinschaft und zu Ihrer Lehre steht, hatte diesen Wunsch.

Am 4. Dezember 1955 wurde ich von der Kasse ausgesteuert. Der Vertrauensarzt, dem ich mich unterstellen musste, sagte: „Um eine Unterstützung zu beantragen und um überhaupt in Ihrem Falle etwas tun zu können, müssen Sie sich einer 4 – 6 wöchigen Kur unterziehen. Dort werden Sie auch lernen, was man bei dieser Krankheit isst und wie man sich verhalten muss. In Ihrem Zustand kommen Sie ohne eine nicht aus.“

Ich wollte aber mich einer Kur nicht unterziehen, ja, ich zog es vor, auf Renten zu verzichten. Der Arzt aber war verblüfft.

Ich aber wusste, was ich wollte und wie ich Hilfe erfahren könne und dass nur Gott mich heilen kann. Der Arzt aber bot mir eine Bedenkzeit an. Ohne weitere Überlegung lehnte ich erneut eine Kur ab. Der Vertrauensarzt aber meinte, das sei sicherlich nicht mein letztes Wort. Ich verneinte erneut und ging.

Am 14. Dezember 1955 hatte sich die Ortsgemeinschaft P. zu einer Weihnachtsfeier zusammengefunden, an der auch Sie, Herr Gröning, als Gast teilnahmen. Die Feier nahm einen erhebenden Ablauf. Nach Schluss dieser Feier luden Sie meine Frau und mich ein, zur Familie S. zu kommen, wo Sie wohnten und selbst Gast waren. Nach dieser Begegnung ging es wieder aufwärts. Am 9. Januar überkamen mich wieder Beschwerden. Ich bat wie schon so oft um Erlangung der „göttlichen Ordnung und Kraft“. Dabei schlief ich ein. Plötzlich erwachte ich und glaubte zu bemerken, dass sich mein Kopf hin und her bewegt. Ich machte, wie es aus der Lehre, aus Ihrer Lehre, hervorgeht, Übungen. Sie zeigten sich in Form von Klopfen, Abtasten bzw. Massieren des ganzen Körpers, Rollen auf dem Sofa, starkes Zurückbiegen des Körpers und wieder Entspannung. Diese Übungen taten mir sehr wohl, und da ich mir dessen bewusst war, was sich hier vollzog, dankte ich Gott und Ihnen. Mir war es viel besser zumute als bei verordneter Ruhe. Nach etwa acht Tagen ebbten die Übungen wieder ab.

Ich fühlte, dass ich nach und nach wieder mehr Kraft in meinen Körper bekam, und ich wusste auch, dass ich täglich an mir arbeiten werde. Ja ich wusste auch, dass ich fortan unsern himmlischen Vater bitten werde, dass er mir immer wieder aufs Neue Kraft gebe, um ein Leben in der göttlichen Ordnung zu führen.

Meine Firma (Arbeitsgeber) zeigte sich durch Hilfe wiederum guter Menschen sehr großzügig und ermöglichte es mir durch Rücksprache mit meinem Chef, vorläufig nur halbtägige Arbeitszeit einzubringen.

Ab 19. März 1956 nahm ich in voller Kraft die Arbeit ganztägig wieder auf. Ich esse und trinke wieder alles, ausgenommen Alkohol.
Ich bin nun schon ein Jahr frei von Schmerzen und fühle mich wohl und beschwerdefrei. Mein Aussehen ist glänzend, und ich habe mindestens 15 Pfund zugenommen.

Ich danke aus tiefem Herzen Ihnen, Herr Gröning, dass Sie mich auf diesen Weg, den ich als den einzig richtigen erkannt habe, geführt haben und weiter führen werden.

Unserm himmlischen Vater aber danke ich dafür, dass er mich Sie, lieber Herr Gröning, finden ließ und bitte ihn darum, dass er Sie noch recht lange unter uns weilen lassen möge, damit noch viele vom Bösen gequälte Menschen durch Ihre Lehre den Weg zurück, nämlich zu „GOTT“ finden mögen.

Quelle:
Archiv Bruno Gröning Stiftung