Es tut mir aufrichtig leid ...

Bruno Gröning, 10.12.1957
Abschrift (PDF)

Es tut mir aufrichtig leid, dass ich Ihnen erst heute Ihren Bittbrief beantworten lasse. Der einzige Grund hierfür ist, dass ich in den letzten Monaten mit unzähligen, ich muss sagen, mit tausenden Bittbriefen derart überschüttet wurde, sodass ich hier erst eine Lösung finden musste, um jedem Hilfesuchenden dahin gehend gerecht zu werden, dass auch er durch mich, besser gesagt durch mein Sein, das Heil an seinem Körper so erfährt, wie Gott es für jedes Lebewesen, vor allem für jeden Menschen bestimmt hat.

Zu spät ist es nie, so Sie erst heute durch einen meiner engsten Mitarbeiter diesen schriftlichen Bescheid erhalten.

Es ist mir unmöglich, all das was Menschen wissen müssten, so ausführlich zu Papier zu bringen, was auch Ihre Aufgabe und Schuldigkeit an Ihrem Körper ist. Und vor allem ist es sehr schwer, so ausführlich auf den einzelnen Fall, wie auch den Ihrigen, womöglich in die einzelnen Details zu gehen. Kurz gesagt, dies ist vorerst auch gar nicht so notwendig.

Fürs Erste ist es sehr, sehr wichtig, dass Sie wissen müssen, was Ihr Körper nötig hat. Dieses ist wohl, in Kurzem gesagt, alleine die Gesundheit.

So ein Mensch die Gesundheit verloren hat muss er sein ganzes Streben daran setzen, sie wieder zurückzuerlangen. Dieses geschieht nur dann, wenn der Mensch zum Bewusstsein gelangt ist, dass er das Göttliche durch das Weltliche verloren hat.

Jetzt werden Sie sagen: „Ich habe mich dem Weltlichen doch gar nicht so hergegeben. Gott habe ich immer in meinem Herzen getragen.“ Natürlich sagen Sie das nicht alleine, das sagen fast alle Menschen. Hier kommt es darauf an, wie der Mensch das Göttliche am Herzen getragen. Es ist hier die Frage aufzuwerfen: Wann und wodurch habe ich mich doch einmal verlocken lassen und verleiten lassen? Wodurch habe ich mich selbst in Vergessenheit gebracht, d. h. dass ich Gott außer Acht gelassen, indem ich mich aus der Ordnung herausbewegte, bzw. durch die Verlockung herausbewegt wurde.

Es ist doch einfach, wenn ich von hier ab sage, dass ich mich selbst wieder zu dem zurückbewegen muss, zu dem alle Lebewesen gehören.

In seiner Ordnung haben wir zu leben, indem wir das beherzigen, was Gott selbst uns auch in seinen Gesetzen geboten. Das von Gott Gebotene kann der Mensch erst dann wieder in sich aufnehmen, so er sich von allem Bösen, das er an seinem Körper bereits verspürte, gelöst hat. D. h., dass er sich niemals mit dem Übel ge-danklich abgeben darf, das er als Krankheit und Schmerz empfindet.

Wer sich mit dem Übel (spr. a. Krankheit) abgibt, wird es nie verlieren. Im Gegenteil, er wird dieses Übel in seinem Körper festlegen, sodass hierdurch die Unordnung (Krankheit) größer wird. Dies ist, in Kurzem gesagt, das, woran die Menschheit krankt.

So Sie nun ab sofort das Gegenteil von dem tun, was Sie zum Übel führte und wodurch auch die Unordnung in Ihrem Körper zustande kam, werden Sie mit dem Erfolg, der Sie zum Guten, zu Gott führt, gekrönt sein. Ich will deutlicher werden: Wer das Gute will und es für nötig hält, sucht unter allen Umständen, Verbindung zu dem wieder zurückzuerhalten, zu dem es gehört. Von Gott selbst hat der Mensch, wie auch jedes andere Lebewesen, nur das Gute zu erwarten. Niemals darf der Mensch das Gute anzweifeln. Er muss so viel Selbstvertrauen besitzen und auch glauben, dass er berechtigt ist und auch verpflichtet, in der göttlichen Ordnung zu leben. Viele Menschen sagen hierzu: „Ich will ja nichts weiter als nur gesund werden, um womöglich das Leben so weiter zu leben wie ich es gewohnt bin.“ Dann wird der Mensch niemals ein gesundes Erdenleben führen können. Die meisten Menschen wollen das Leben auf ihre Art und Weise genießen. Die göttliche Ordnung schreibt uns nicht was, sondern das vor, wie wir hier als Menschen zu leben haben. Unzählige tausende Schwerstkranke haben den göttlichen Segen dafür erhalten, dass sie sich endgültig von dem Übel gelöst, indem sie all das befolgten, was sie als göttliches Lebewesen zu tun hatten.

Auch hier muss ich deutlicher werden indem ich sage, dass diese Menschen alleine deshalb ihre volle Gesundheit zurückerhielten, weil sie gewusst wie geglaubt, dass Gott ihnen die Gesundheit wieder geben wird. Weiter ist der Mensch zur Erkenntnis gekommen, dass er von nun ab in der göttlichen Ordnung zu leben hat.

So wie Sie dieses tun, werden Sie selbstverständlich die vollständige Ordnung (Gesundheit) zurückerlangen.

Zur weiteren Belehrung füge ich eine Broschüre bei, aus der Sie Weiteres ersehen können und sich auch zueigen machen können.

Ich muss sagen, Sie sind schon auf dem richtigen Wege, indem Sie in mich so viel Vertrauen legen, dass Sie glauben, dass ich ohne mein persönliches Erscheinen Sie zu Ihrem Heil zurückführen kann.

Bemerken muss ich, dass ich zu den meisten meiner Mitmenschen keinen persönlichen, sondern nur den geistigen Kontakt hatte und sie hierdurch von den bisherigen Körperbeschwerden frei geworden sind. Selbstverständlich werde ich auch Ihnen und den vielen Freunden in Ihrer Heimat einen persönlichen Besuch abstatten. In Deutschland und in den nächstliegenden Staaten gibt es heute schon viele Gröning-Gemeinschaften, denen ich von Zeit zu Zeit einen Besuch abstatte. Sollten dort, wie es überall der Fall ist, viele Kranke beisammen sein, so will ich auch zu Ihnen nach dort kommen.

Natürlich bin ich auf dieser Erde nicht so gestellt, dass ich über die Geldmittel ver-füge, um den Weg antreten zu können. Dafür wird es für Sie ein Leichtes sein, indem jeder sein Scherflein dazu beiträgt, die Unkosten gemeinsam zu tragen, die mir leider entstehen. Mein Kommen ist jedoch nicht unbedingt erforderlich.

Fürs Erste muss ich mein Schreiben abschließen indem ich Ihnen viel Glück und Gottes reichen Segen von ganzen Herzen wünsche.

„Vertrauen und Glaube, es hilft, es heilt die Göttliche Kraft.“

„Liebe das Leben – Gott – Gott ist überall.“

„Geld ist Macht, Gesundheit ist Allmacht.“

Ihr

Gröning

i. A. Irmgard Thomsen


Quelle:
Archiv des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e. V. Freiburg i. Br.: 20/16/002