Hat Wunderheiler Gröning mir das Leben gerettet?

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Ilse Werner[1], 1981
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Wichterl, du weißt doch, dass ich eine ziemlich vernünftige und reale Person bin", sagte Winnie Markus[2]. "Aber ich habe gestern einen Mann kennengelernt, der Bruno Gröning heißt. Man nennt ihn den Wunderheiler, weil er schon vielen geholfen haben soll. Vielleicht kann er auch dich gesund machen."

Lachen Sie mich bitte nicht aus; aber der Wunderheiler Gröning hat mir wirklich geholfen. Ich bin überzeugt davon. 33 Jahre liegt das jetzt zurück. Ich war inzwischen mit dem amerikanischen Journalisten John de Forest verheiratet und lag mit einer geplatzten Eileiterschwangerschaft in einem Münchner Krankenhaus.

[…][3]

Vor Drehbeginn meines nächsten geplanten Films "Geliebter Lügner" mit Hans Söhnker (Regie: Hans Schweikart) wurde ich plötzlich krank. Ich litt unter irrsinnigen Unterleibsschmerzen.

Als ich eines Morgens aufstand, bekam ich einen Blutsturz. Unser Hausarzt stellte eine geplatzte Eileiterschwangerschaft fest.

Mein Mann brachte mich sofort ins Krankenhaus. Mein Zustand war sehr ernst. Innere Blutungen bedrohten mein Leben. Ich wurde sofort operiert. Doch damit war die Gefahr längst nicht gebannt. Die Entzündung hatte mein Blut vergiftet. Aber als Amerikaner konnte mein Mann glücklicherweise Penicillin besorgen, das damals leider noch nicht allen Krankenhäusern zur Verfügung stand.

Ganz aufgeregt rief Winnie Markus bei meinem Mann an: "Um Gottes willen, John, was ist denn mit Ilse passiert?" Kurz darauf besuchte sie mich im Krankenhaus und sah, wie elend mir war. Noch immer war ich so geschwächt, dass man mit dem Schlimmsten rechnen musste.

In dieser Situation kam ihr Vorschlag mit dem Wunderheiler Bruno Gröning. Sie versuchte, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, was nach einigem Hin und Her auch gelang. In seinem Auftrag brachte sie eine Stanniolkugel ins Krankenhaus mit, die sie mir in die Hand drückte. "Man sagt Gröning telepathische Kräfte nach", erklärte sie. "Deshalb muss man eine solche Kugel fest in die Hand nehmen und intensiv an ihn denken. Und wenn er dann zur gleichen Zeit an den Patienten denkt, soll der Betreffende gesund werden."

Beim Abschied sagte Winnie: "Wichterl, wir müssen alles versuchen; vielleicht kann er dir helfen."

Noch am selben Abend rief sie meinen Mann an: "John, bitte sagen Sie Ilse, sie soll morgen zwischen 14.00 und 14.30 Uhr die Kugel in die Hand nehmen. In dieser halben Stunde wird Gröning an sie denken."

Mein Mann war sehr skeptisch. Doch wenn es einem so dreckig geht wie mir damals, dann greift man eben nach jedem Strohhalm. Ich ließ ein Schild an meine Zimmertür anbringen: "Bitte nicht stören". Ich nahm die Kugel ganz fest in meine Hand und hatte das Gefühl, dass sie sehr heiß wurde, dass irgendwelche Ströme durch meinen Körper gingen.

Vielleicht war alles nur Einbildung oder Autosuggestion, aber was immer es gewesen sein mag: Von dieser halben Stunde an besserte sich mein Gesundheitszustand. Nach zwei Wochen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Filmen konnte ich allerdings vorläufig noch nicht. "Geliebter Lügner" wurde ohne mich gedreht. Meine Rolle übernahm Elfie Mayerhofer.



Quelle:
WERNER, Ilse: So wird's nie wieder sein … Ein Leben mit Pfiff. Bayreuth, : Hestia, 21981, S. 183-189.


[1]Ilse Werner (1921-2005) war eine deutsche Filmschauspielerin und Sängerin.

[2] Winnie Markus (1921-2002) war eine deutsche Filmschauspielerin.

[3] Der mittlere Teil dieses Textes wird hier nicht zitiert, da die Verfasserin dort recht ausführlich über ganz andere Erlebnisse berichtet, die mit der Thematik um Bruno Gröning sowie der geschilderten Situation (Krankenhausaufenthalt) in keinem Zusammenhang stehen.