Hedy Pfarr

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Mannheim, 1972
Heilungsbericht
Abschrift (PDF)


Hinweis
Die Schreibweise wurde an die Richtlinien der aktuellen Rechtschreibung angepasst.


Als junges Mädel im Alter zwischen 16 und 17 Jahren erkrankte mein rechtes Augenlid, Ich ging zu einem Augenarzt, der stellte eine Augenlid- und Muskellähmung fest. Der Arzt nahm eine Operation vor, nähte das Lid hoch, damit sich eine Falte bilden soll, Es war ohne Erfolg, und ich musste große Schmerzen aushalten. Sieben Jahre später operierte ein anderer Augenarzt ein Stück Haut vom Augenlid weg, es war ebenfalls ohne Erfolg. Meine Augen waren nun immer entzündet und sehr lichtempfindlich geworden, und die Schmerzen waren fast unerträglich. Wiederum ging ich nach Heidelberg in die Privat-Augenklinik. Auch hier war es ohne Erfolg. So ließ ich mich nochmals von zwei Augenärzten beraten, der eine wollte mir das Lid zunähen mit der Begründung, das Auge sei 80 Prozent krank. Der andere Arzt wollte beide Augenbrauen wegrasieren und die Lider hochnähen. Mit beiden Operationen war ich nicht einverstanden. Ich hatte jedoch das Vertrauen zu den Ärzten verloren.

1954 las ich in verschiedenen Zeitungen über Bruno Gröning. Mein einziger Wunsch war nur noch, mit diesem Mann in Verbindung zu kommen. Dieser Mann allein kann mir noch helfen, dachte ich. Kurz vor Ostern 1954 konnte ich plötzlich nicht mehr schlucken, ich sprach durch die Nase, sodass man mich schlecht verstand. Ich glaubte, dass meine Mandeln entzündet seien und entfernt werden müssten. Wiederum suchte ich einen Hals- und Nasenarzt auf. Dieser schaute mich verwundert an, verschrieb mir ein flüssiges Nervenmittel und sagte, bis in zehn Tagen soll ich wiederkommen. Als ich wieder in die Sprechstunde kam, fragte ich den Arzt, ob ich jetzt wissen dürfte, was ich in meinem Hals habe. Es ist ihm schwer gefallen, mir die Wahrheit zu sagen. Daraufhin sagte ich: „Sie können mir ruhig alles sagen, ich bin auf alles gefasst.“ So erfuhr ich, dass ich eine Gaumenlähmung habe. Der Arzt schüttelte immer wieder den Kopf, er konnte nicht verstehen, warum sich alles bei mir am Kopf abspielt. So wurde ich zu einem Nervenarzt überwiesen.

Ich wurde gründlich untersucht. Auch der Nervenarzt war erstaunt. Es funktionierte alles normal. Der Nervenarzt hat mich gebeten, ich möchte doch für ein paar Tage zur Beobachtung in die neurologische Nervenklinik nach Heidelberg gehen. Ich habe zugesagt, unter einer Bedingung, ich lasse mir kein Nervenwasser ziehen. Kurz nach Ostern fuhr ich in die Heidelberger Klinik. Aus ein paar Tagen wurden drei Wochen. Ich wurde mit verschiedenen Spritzen behandelt. Es standen fünf bis sieben Arzte um mein Bett und beobachteten, wie ich reagierte. Es geschah aber nichts. An meinem rechten Auge wurde ich täglich elektrisiert. Das war grauenhaft. Dann wurden mir teuere Tabletten verordnet, diese wirkten nur 2 – 3 Stunden. Bei meiner Entlassung wurde mir gesagt, das Leiden liege schon zu lange zurück, man könne mir nicht mehr helfen. Diese drei Wochen Aufenthalt in der Heidelberger Klinik waren für mich nicht umsonst. Neben mir im Bett lag eine sehr liebe Frau aus Weinheim, die Lähmungserscheinungen an Beinen und Körper hatte. Mt dieser Frau kam ich über Bruno Gröning ins Gespräch. So konnte ich die Adresse von der Mannheimer Gemeinschaft, die gerade gegründet wurde, erfahren.

Im August wurde ich Mitglied dieser Gemeinschaft. Im November sah ich zum ersten Mal Bruno Gröning. Er hielt zuerst eine Ansprache, dann fragte er jeden Einzelnen, wie er sich fühle und was er in seinem Körper spürt. Als er mich fragte, begann ein angenehmes Kribbeln in Füßen und Beinen, dann in den Armen und am ganzen Körper, und mein Kopf wurde kochend heiß. Ich bekam sehr starkes Herzklopfen, sodass ich glaubte, mein Herz wolle herausspringen. Ich sagte es Herrn Gröning, er machte eine senkrechte Handbewegung, und das Herzklopfen ließ sofort nach. Herr Gröning fragte: „Was fühlen Sie weiter?“ Ich sagte: „Das Herzklopfen lässt nach, und ich fühle mich wohl.“ Als ich mich von Bruno Gröning verabschiedete und nach Hause lief, hatte ich das Gefühl, ich würde gar nicht laufen, sondern schweben. Noch nie vorher hatte ich mich so leicht und wohl gefühlt wie nach dieser Begegnung mit Herrn Gröning.

Am nächsten Morgen stellte ich mit großer Freude fest, dass ich wieder schlucken konnte. So war es mir möglich, wieder richtig Nahrung aufzunehmen, und so nahm ich auch wieder an Gewicht zu. Waren vor der Begegnung mit Herrn Gröning meine Gesichtszüge verzerrt durch Schmerzen und Nervenanspannung, so kam auch dieses in Ordnung. Auch die Schmerzen an den Augen hatte ich verloren. Auch meine- Sprache ist wieder vollkommen normal. Über das alles war ich voller Glück.

Mein Vater war schwer zu überzeugen und konnte nicht so recht glauben. Er hatte viel unter Kreislaufstörungen zu leiden. Mir gelang es, ihn dazu zu bewegen, mitzukommen auf eine Weihnachtsfeier, auf der Herr Gröning sprach. Er war sehr beeindruckt von Herrn Gröning und voller Freude nach dem Vortrag. Anschließend sprach Herr Gröning mit meinem Vater und überreichte ihm mehrere kleine Kügelchen mit dem Rat, diese für die Ohren zu verwenden. Von da an war er frei von Anfällen und wurde auch Mitglied der Gemeinschaft.

Nach dem Heimgang von Bruno Gröning besuchte ich weiterhin die Gemeinschaftsstunden. Durch seine Vorträge war mir klar, dass das geistige Wirken von Bruno Gröning nicht an seinen Körper gebunden war. Das ist Wahrheit, wie ich nach langen Jahren bestätigen kann. In den Gemeinschaftsstunden nehmen wir diese göttliche Heilkraft in verstärktem Maße auf, und sie hilft uns weiter.

Hedy Pfarr
Mannheim


Quelle:
FREIE ARBEITSGEMEINSCHAFT BRUNO GRÖNING (Hrsg.): Das Tor zum Weg (Stephanskirchen bei Rosenheim 1972) Nr. 1, S. 17-19