Heilungsbericht: Gelenkbeschwerden (Brief an Dr. Kurt Trampler)

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Maria Schmaußer
Augsburg, 14.4.1951

 

Hinweis
Die Schreibweise wurde an die Richtlinien der aktuellen Rechtschreibung angepasst.



Augsburg, den 14.4.1951

Sehr geehrter Herr Doktor!
 
Am 5.4.57 war ich so glücklich, einem Vortrag von Ihnen beiwohnen zu dürfen und danach das seit langer Zeit ersehnte Zusammentreffen mit Herrn Gröning zu erleben. – Ich darf Ihnen vielleicht hier kurz schildern, wie es um mich steht.
 
Seit meinem 2. Lebensjahr leide ich an Kinderlähmung links, später wurde am lk. Knöchel eine Sehnenplastik vorgenommen, damit ich wieder auftreten konnte. Durch die einseitige Überbelastung wurde aber im Laufe der Jahre (ich bin jetzt 46 Jhr.) das rechte Bein in starker X-Stellung u. Klumpfußdeformation verbildet. Dieses Bein macht mir durch die dauernde Anstrengung mehr Beschwerden als das gelähmte; außerdem habe ich ein chronisches Rheuma. Sie sehen also, dass es mir noch nie vergönnt war, ohne Schmerzen und Stock zu gehen, ich kann es mir gar nicht vorstellen, es muss doch herrlich sein. Ich bin aber trotzdem berufstätig (in einem Büro), mein Mann, der selbst arbeitslos ist, führt mich zum Dienst täglich und holt mich wieder ab; da ich auf der Straße nicht alleine gehen kann. Täglich danke ich morgens dem lb. Herrgott, wenn ich noch zur Arbeit gehen kann, um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. –
 
Nun habe ich bei dem Aufenthalt in Gräfelfing Nachfolgendes empfunden:
 
Mir wurde im Kreuz (Hüften) alles ganz heiß und leicht, als ob ich eine Last abgelegt hätte. Ich ging auch ohne jede Anstrengung die Treppen hinunter u. zum Auto und war sehr glücklich. Ich las dann jeden Abend in Ihrem schönen Buch „Umkehr“ und nehme das Bild von Herrn Gröning in die Hände. Aber wie war ich überrascht, als ich beim Ansehen des Bildes u. Lesen des Spruches plötzlich in den Händen einen heißen Strom und Krippeln verspüre, das langsam weiter geht. Nun erlebte ich am Sonntagabend, also am 3. Tage nach der Begegnung, dass ich am linken Knöchel einen furchtbaren Schmerz fühlte. Dann zog der Schmerz links hoch, mit einem blitzartigen  Funken im Hinterkopf. In diesem Moment war das Bewusstsein ausgeschaltet, aber alles im Bruchteil einer Sekunde. Ich traute mich nicht mehr aufzutreten. Dabei merkte ich aber plötzlich, dass das linke Fußgelenk beweglich wurde u. brauche nicht mehr so arg nachziehen. Nun mache ich abends im Bett immer Gelenkbewegungen u. fühle mich froh, weil ich auch wieder schlafen kann. Nur manchmal erwache ich noch an den rheumatischen Schmerzen.
 
Nun möchte ich eine Bitte an Sie, sehr geehrter Herr Doktor, richten: Wollten Sie so freundlich sein u. Herrn Gröning bitten, mir durch Fernheilung eine weitere Besserung zu gewähren. Wenn der Herrgott es für gut hält, werde ich auch weiterhin den Segen dieser herrlichen Kraft aufnehmen dürfen und so durch Gesundung noch lange Jahre arbeitsfähig bleiben. Ihr Buch mit dem herrlichen eingelegten Bild von Herrn Gröning ist mir ein Heiligtum, jeden Abend lese ich darin u. schaue mit Ergebenheit u. frommen Wünschen in die tiefen Augen von Herrn Gröning.
 
Ich bitte Sie herzlichst darum. Im Voraus recht herzliches „Vergelt's Gott!“
 
Ihre dankbare
 
Maria Schmaußer, Augsburg, Schleifergässchen 6/II
 

Quelle:
Archiv Bruno Gröning Stiftung