Hilde Schneider

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Karlsruhe, 25.10.1953
Heilungsbericht (Brief an Bruno Gröning)
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Hinweis
Die Schreibweise wurde an die Richtlinien der aktuellen Rechtschreibung angepasst.

 

Karlsruhe, den 25. Okt. 1953

Klauprechtstr. 47

Sehr geehrter Herr Gröning!

Wie soll ich Ihnen das Glück beschreiben, als ich erfuhr, dass Sie, der längst Totgeglaubte, nun plötzlich in so greifbare Nähe gerückt sind? Durch Frau Dorner, eine meiner Schülerinnen, wurde mir der Weg zu Familie Kerrl und damit zu Ihnen geeb-net, nachdem ich ihr von meinen vielen vergeblichen eingeschriebenen Briefen nach Herford, Traberhof und Heidelberg erzählt hatte. – Infolge einer schweren Scharlacherkrankung im Kindesalter haben mein Gehör und meine Augen sehr gelitten, sodass meine berufliche Tätigkeit, trotz aller Liebe zur Sache, für mich nicht leicht Ist. Nachdem ich vor etwa vier Wochen von Familie Kerrl eine Ihrer Stanniolkugeln und ein Blättchen erhalten, stellte ich Folgendes fest:

1. Einen, oft fast zehnstündigen, tiefen, traumlosen Schlaf, den ich seit Jahren nicht mehr gekannt;
2. das plötzliche Verschwinden eines inneren Blutergusses (infolge Sturzes) im linken Fuß und damit auch der dauernden Schmerzen;
3. das Verschwinden einer Nervenentzündung im rechten Arm, die sich, je nach Anstrengung, immer wieder bemerkbar machte;
4. eine wesentlich gesteigerte Leistungsfähigkeit und Spannkraft, Abnahme meiner Nervosität und zunehmendes Wohlbefinden.

Dies alles dürfte für mich in der kurzen Zeit ein schöner Erfolg sein, für den ich Ihnen, auch von meiner Mutter, einen bescheidenen, sichtbaren Dank in Form eines Reisepäckchens (selbstgeb. Haselnussbrötchen) sagen möchte.

Die „Führung“, an die wir schon lange glauben, hat uns nun wider Erwarten mit Ihnen doch noch zusammengeführt. So will ich nun auch glauben, dass dieses Zusammentreffen nicht umsonst ist und grüße Sie in diesem Sinne bestens.

Hilde Schneider

 

Quelle:
Archiv Bruno Gröning Stiftung