Ich bin ein Mensch aus gleichem Blut wie Sie

Bruno Gröning, 1949
Abschrift (PDF)

Ich bin ein Mensch aus gleichem Blut wie Sie. Wenn ich mich beim Rasieren schneide, blute ich wie jeder Sterbliche. Ich habe nur mehr gelitten als die meisten Menschen.

Ich brauche keine Zeitungen und keinen Rundfunk. Vor meinem inneren Auge sehe ich zu jeder Tages- und Nachtzeit Dinge, die sonst kein Mensch sieht. Wenn Sie meinen Körper hier vor sich sehen und meine Stimme hören, kann es trotzdem sein, dass ich nicht in dem Körper bin, sondern irgendwo anders. Die Rede kommt aus meinem Munde, ohne jede Anstrengung meinerseits. Sie fließt von selbst.

Ich bin bedürfnislos wie wenige Menschen. Ich habe ein ganzes Jahr lang ohne ein Kleidungsstück auf der nackten Erde geschlafen, gedürstet und gehungert. Mein Körper bestand nur mehr aus Haut und Knochen. Ich habe jeden Arzt und jede menschliche Hilfe verweigert und mich nur dem Befehle unseres Herrgotts unterworfen. Und als ich nach einem Jahr aufstand, war auch mein Körper wieder gesund.

Stoßen Sie sich nicht daran, dass ich, während ich das Wort „Gott" spreche, rauche. Die Zigarette gehört zu dem Wenigen, was ich mir gönne. Den Kaffee gebrauche ich als Nahrungsmittel. Aber ich will mich bemühen, das Rauchen zu unterlassen.

Ich will nicht in die Welt hinausgetragen werden, ich will nur eines: die Krankheiten der Menschen heilen. Darin sehe ich meine Aufgabe und meine Berufung. Ich habe bisher von keinem Menschen Geld angenommen. Ich bin bedürfnislos, und das, was ich brauche, schenken mir meine Freunde gern. Ich trage Kleider nur, um mich nicht von den anderen Menschen zu sehr abzuheben. Wenn man mir Geld gegeben hat, so wurde es mir hingelegt. Oft habe ich dieses Geld an arme Menschen weiter-gegeben und werde es auch weiterhin tun. Ich werde nie ein Geschäft aus meiner Kraft machen.

Quelle:
SCHMIDT, E. A.: Die Wunderheilungen des Bruno Gröning, Berlin, Falken, 1949, S. 20