T. B.

E-MailPDFDrucken

13.9.1949
Abschrift (PDF)


Hinweis
Die Schreibweise wurde an die Richtlinien der aktuellen Rechtschreibung angepasst. Eigen- und Ortsnamen wurden anonymisiert, liegen im Ursprungsdokument jedoch ausgeschrieben vor.


Frau T. B.
U., den 13. Sept. 1949 T..str. 99

Einschreiben!

Herrn
Bruno Gröning
Rosenheim Traberhof.

Betr.: Heilerfolg durch Fernwirkung

Sehr verehrter Herr Gröning!

Am 8. Sept. 49 gab ich bei Herrn Dr. Z., M., einen Brief ab mit der Bitte um Heilung für meine Mutter, Frau J. H., M., R…str. 126, Altersheim R., Zr. 45, 1. Stock. Einige Tage vorher hatte meine Mutter schon einen ähnlichen Brief direkt an den Traberhof gesandt.

Seit vielen Jahren leidet meine 64 Jahre alte Mutter in immer zunehmendem Masse an Arthritis deformans. Sie ist seit Juli 1948 völlig bettlägerig und lahm in Beinen und Armen, sodass sie beständige Pflege braucht. Die Hände sind eingezogen und verkrampft, die Arme können nur ein kleines Stück gehoben werden. Jede Lagever-änderung im Bett, die sie selbst oder andere an ihr vornehmen, ruft starke Schmer-zen hervor, nur bei absoluter Bewegungslosigkeit ist sie schmerzfrei. Ärztliche Hilfe wurde seit vielen Jahren immer wieder in Anspruch genommen, versagte aber trotz Kuren verschiedenster Art.

In der Nacht vom 10. zum 11. Sept. 49 hatte ich kurz vor Mitternacht folgenden Traum:

Sie, sehr verehrter Herr Gröning, traten in das Zimmer meiner Eltern im Altersheim. Ich ergriff Ihre linke Hand, führte Sie ans Bett meiner Mutter und sagte. „Das ist mei-ne Mutter!“ Sie setzten sich, ohne meine Hand loszulassen, neben das Bett, legten Ihre Rechte auf die Hand meiner Mutter, senkten den Kopf ein wenig und schlossen die Augen. Im gleichen Augenblick spürte ich selbst eine ungeheure körperliche Bedrängung, als sollte ich erdrückt oder erstickt werden. Trotzdem blieb ich bei der Konzentration auf den einen Gedanken: „Sie müssen meine Mutter heilen!“ Unmittelbar darauf wich die Beklemmung und machte einem Gefühl unsagbarer Leichtigkeit und stärksten Wohlbehagens körperlicher und. seelischer Art Platz. Ich schaute meine Mutter an, sah, wie sie die Arme hob und die Hände öffnete, während Freudentränen über ihr Gesicht liefen. Der Anblick überwältigte mich so, dass ich mit dem Oberkörper gegen Sie hinsank, Sie stützten mich mit beiden Händen, und diese Berührung rief wieder die Empfindung unbeschreiblichen Wohltuens in mir hervor. Ohne ein Wort erhoben Sie sich und verließen das Zimmer. Bei diesem Punkt des Traumes wachte ich auf, machte sofort Licht, sah auf die Uhr und weckte meinen Mann, denn, die Klarheit und Eindringlichkeit des Traumes beregten mich so stark, dass ich darüber nicht schweigen konnte. Da ich selbst seit meiner Kindheit in Farben und Kristallen sehe, erschien mir der Traum als eine sichere Einwirkung Ihrer Ausstrahlung. Ich erzählte den Traum am Morgen des 11. Sept. auch noch zwei weiteren Verwandten, bevor ich mich in München von dem veränderten Zustand meiner Mutter überzeugen konnte.

Tatsache ist, dass in der gleichen Nacht des Traumes, um 4 Uhr morgens, meine Mutter erwachte und ihre Hände sofort fast völlig öffnen konnte, auch nicht mehr die gewohnte Verkrampfung darin fühlte. Die Arme konnte sie schmerzlos ein kleines Stück weiter als sonst bewegen und heben. Beide Beine, die bisher unbeweglich waren, hebt sie jetzt liegend ein Stück in die Höhe, das eine allerdings nur mit größten Schmerzen und Anstrengung. Jedenfalls ist eine augenscheinliche, deutliche und nur durch übernatürliche Hilfe verursachte Besserung eingetreten, über die wir sehr glücklich sind.

Meine Mutter und ich stehen Ihnen, sehr verehrter Herr Gröning, jederzeit mit unsrem Zeugnis und mit der Benennung der behandelnden Ärzte meiner Mutter zur Verfügung. Wir danken Ihnen von ganzem Herzen für die Hilfe und bitten Sie inständig, Ihre Heilwirkung doch so weit fortzusetzen, dass es meiner Mutter wieder möglich wird, das Bett zu verlassen.

Mit den besten Wünschen für Ihre segensreiche Tätigkeit und nochmaligem aufrichtigen Dank

Ihre ergebene T. B.
U., T…str. 93

Quelle:
Archiv Bruno Gröning Stiftung