Zeittafel über Leben und Werk Bruno Grönings

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1906 – 1927
Bruno Gröning (urspr. Bruno Grönkowski) wird am 31.5.1906 in Danzig-Oliva geboren. Er ist das vierte von sieben Kindern des Maurers August Grönkowski und dessen Frau Margarethe. Die Familie wohnt in einem Arbeiterviertel zur Miete.

Bereits als Kleinkind stellt Gröning an sich heilenden und beruhigenden Einfluss auf Menschen und Tiere fest. Seine Eltern haben kein Verständnis für diese Fähigkeiten, und so ist das Verhältnis zu ihnen gespannt.

Bruno Gröning besucht die Volksschule und beginnt im Anschluss eine kaufmännische Lehre. Diese bricht er auf Verlangen seines Vaters wieder ab. Der Vater möchte, dass Gröning ein Bauhandwerk erlernt, und so beginnt er eine Ausbildung zum Zimmermann. Anschließend macht er sich selbstständig und errichtet im Alter von 19 Jahren eine Bau- und Möbeltischlerei.


1928
Bruno Gröning heiratet Gertrud Cohn. Inzwischen ist er als Fabrik- und Gelegenheitsarbeiter tätig. So arbeitet er unter anderem in einer Schokoladenfabrik, beim Postamt Danzig als Telegrammzusteller und bei der Firma Siemens und Halske als Schwachstrommonteur.


1931
Bruno Grönings erster Sohn Harald wird geboren.


1936
Die Familie Grönkowski lässt ihren Nachnamen in Gröning ändern.


1939
Bruno Grönings Mutter stirbt. Sein zweiter Sohn Günter wird geboren.


1940
Harald erkrankt schwer und stirbt neunjährig im Krankenhaus in Danzig.


1943
Bruno Gröning wird zur Wehrmacht eingezogen. Er kommt zu einer Panzerjägereinheit und wird an der Ostfront eingesetzt.


1945
Bruno Gröning gerät in russische Kriegsgefangenschaft. Mitgefangene, die in den Internierungslagern an Wassersucht leiden, erfahren Heilungen durch die Hilfe Grönings. Er wird aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und begibt sich nach Westdeutschland.

Im hessischen Haigerseelbach (Dillkreis) verrichtet er Gelegenheitsarbeiten bei Bauern und nimmt sich in Dillenburg eine Wohnung.


1947
Seine Frau ist mit dem zweiten Sohn Günter zunächst in Danzig geblieben. Erst jetzt holt Bruno Gröning seine Familie zu sich. Günter erkrankt schwer und stirbt im Alter von acht Jahren.


1948
Vermehrt wird Bruno Gröning von Kranken aufgesucht, die ihn um Heilung bitten.


1949
Anfang des Jahres trennt sich Bruno Gröning von seiner Frau.

Er hält sich im Ruhrgebiet auf. Ingenieur Helmut Hülsmann aus dem westfälischen Herford informiert die Presse über Heilerfolge an seinem Sohn Dieter. Dadurch wird der Name Gröning in der Öffentlichkeit bekannt. In der Hoffnung auf Heilung reisen Kranke aus ganz Deutschland und vom Ausland nach Herford. Bruno Gröning hält Ansprachen, in denen er zum Glauben an Gott aufruft und auf die Notwendigkeit einer christlichen Lebensführung hinweist. Während seiner Vorträge, aber auch bei seiner schweigenden Anwesenheit, geschehen Heilungen.
Herfords Oberstadtdirektor Meister erteilt Bruno Gröning ein Heilverbot wegen Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz. Gröning reist daraufhin von Herford ab und beauftragt seinen Mitarbeiter Egon Arthur Schmidt mit der Gründung des Vereins „Ring der Freunde Bruno Grönings“.

Bruno Gröning fährt nach Hamburg, in der Hoffnung, dort seine Heiltätigkeit fortsetzen zu können. Der Hamburger Oberbürgermeister erteilt ihm jedoch ein Redeverbot, sodass Gröning die Stadt wieder verlässt.

Die Zeitschrift „Revue“ beabsichtigt, Bruno Grönings Fähigkeiten durch klinische Experimente überprüfen zu lassen. Gröning willigt ein und begibt sich zu diesem Zweck in die Heidelberger Universitätsklinik. Unter der wissenschaftlichen Leitung des Marburger Psychologen und Mediziners Prof. Dr. H. G. Fischer lässt er seine Tätigkeit von einer Ärztekommission überprüfen. Die Untersuchungen führen zu einem Gutachten, welches grundsätzlich Heilerfolge bestätigt, jedoch eine Heiltätigkeit nur unter ärztlicher Aufsicht empfiehlt.

In Süddeutschland lernt Bruno Gröning Leo Harwart kennen, den Besitzer eines ehemaligen Pferdegestüts bei Rosenheim. Aus Dankbarkeit für die Heilung einer Verwandten, stellt dieser Gröning seinen „Traberhof“ als Wirkungsstätte zur Verfügung. Als durch Zeitungsberichte die Anwesenheit Bruno Grönings bekannt wird, beginnt ein Massenansturm auf das Gelände, der mehrere Wochen lang andauert. Immer wieder kommt es unter den Besuchern zu Heilungen, darunter auch von Erkrankungen, die medizinisch als unheilbar eingestuft werden. Aber auch das Gesundheitsamt Rosenheim ist der Ansicht, dass Grönings Tätigkeit gegen das Heilpraktikergesetz verstößt. Daher plant Bruno Gröning die Errichtung von Heilstätten, in denen er mit staatlicher Genehmigung, begleitet von Ärzten, wirken darf und stellt in Bayern einen Antrag auf Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde nach dem Heilpraktikergesetz. Er bittet die Heilungssuchenden, ihn nicht mehr am Traberhof aufzusuchen; sobald Heilstätten errichtet seien, wolle er die Menschen durch die Medien informieren. Bruno Gröning hält nun im kleinen Kreis Vorträge in Bad Wiessee.

Der Filmregisseur Rolf Engler dreht den Dokumentarfilm „Gröning“. Dieser wird in Kinos in München, Essen und Gelsenkirchen uraufgeführt.


1950
Der Geschäftsmann Otto Meckelburg bietet sich Bruno Gröning als Manager an und gründet den Verein „Gemeinschaft zur Erforschung Gröning’scher Heilmethoden e.V.“. Meckelburg wird Geschäftsführer des Vereins und schließt mit Gröning einen Vertrag, nach dem dieser sich ganz dem Verein zur Verfügung zu stellen hat. Gröning hält bei von Meckelburg organisierten Veranstaltungen in Hotels und Gaststätten Vorträge in Wangerooge, Oldenburg, Mittenwald und Werlte im Emsland vor zwischen 30 und 120 Anwesenden. Unter anderem verspricht Meckelburg - gegen den ausdrücklichen Willen Grönings - der an doppelseitiger Lungentuberkulose erkrankten Ruth Kuhfuß eine Heilung. Sie stirbt.

Das Bayerische Staatsministerium des Inneren genehmigt die Ausübung der Heilkunde in einer Heilstätte nicht.

Nun hält Bruno Gröning Vorträge in der Praxis des Münchner Heilpraktikers Eugen Enderlin. Dort lernt er seine spätere zweite Frau, Juliane (Josette) Dufossé, kennen. Sie wird zunächst seine Sekretärin. Es kommt zu einem Zerwürfnis mit Enderlin, und Gröning trennt sich vorerst von ihm.

Das Gesundheitsamt München fordert Bruno Gröning auf, Heilbehandlungen sofort einzustellen. In der Annahme, seine Tätigkeit stelle keine Heilbehandlung dar, hält Gröning weiterhin Vorträge im kleinem Kreis. Daraufhin erfolgt ein Strafbefehl des Amtsgerichts München, wegen Vergehens gegen das Heilpraktikergesetz. Gröning erhebt dagegen Einspruch.


1951
Gröning hält das ganze Jahr über Vorträge in der Pension Weikersheim in Gräfelfing bei München. Auch spricht er in der Praxis der Heilpraktikerin Cäcilie Scheuerecker in Grafing, ebenfalls im Münchener Umland.



1952
Bruno Gröning hält das ganze Jahr über Vorträge, anfangs in Grafing bei Scheuerecker, in unregelmäßigen Abständen in Hameln und später wieder regelmäßig bei Enderlin in Feldafing am Starnberger See. Ende des Jahres hält er Vorträge in Privatwohnungen oder in der Gaststätte „Aindorfer Hof“ in München.

Das Schöffengericht München-Land spricht Bruno Gröning von der Anklage eines fortgesetzten Vergehens gegen das Heilpraktikergesetz frei. Gegen dieses Urteil legt die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Gröning wird aber auch in zweiter Instanz beim Landgericht München vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz freigesprochen.


1953
Bruno Gröning hält zunächst wieder bei Enderlin Vorträge an denen etwa 30 bis 50 Personen teilnehmen. Die Zusammenarbeit mit Enderlin scheitert abermals, und Gröning trennt sich endgültig von ihm.

Zum Schutz seiner Tätigkeit lässt Gröning einen Verein, den „Gröning-Bund“, in Murnau-Seehausen gründen. Dem Bund schließen sich Gemeinschaften von Anhängern an, die sich in verschiedenen Orten gebildet haben. Dem Vorstand gehören an: Rudolf Bachmann, Anny Freiin Ebner von Eschenbach, Bernhard Graf von Matuschka, Konstantin Weisser, Hermann Riedinger, Egon Arthur Schmidt und Graf von Zeppelin. Gröning selbst wird Präsident auf Lebenszeit.


1954
Gröning hält weiter Vorträge, unter anderem auf dem Schloss des Grafen von Zeppelin in Aschhausen bei Heilbronn, in seiner Privatwohnung im oberbayerischen Grafrath, in der Pension „Schweiz“ in München, in Rosenheim und Graz.


1955
Erneut wird Bruno Gröning wegen eines fortgesetzten Vergehens der unerlaubten Heilkundeausübung und zusätzlich wegen fahrlässiger Tötung der Ruth Kuhfuß angeklagt.

Die Ehe mit Gertrud Gröning wird geschieden. Im gleichen Jahr geht Bruno Gröning die zweite Ehe mit Josette Dufossé ein und zieht mit Ihr nach Plochingen am Neckar.


1956
Bruno Gröning hält Vorträge, insbesondere in Süddeutschland, aber auch in Westfalen, Niedersachsen, Norddeutschland und Österreich.
Er reist mit Josette nach Frankreich und besucht unter anderem für einige Tage den Wallfahrtsort Lourdes.

Gemeinsam mit seiner Frau und seinem Rechtsanwalt Dr. Schwander reist Bruno Gröning nach Freiburg. In der dortigen Universitätsklinik lässt er Untersuchungen für ein nervenfachärztliches Gutachten zur Feststellung seiner strafrechtlichen Verantwortlichkeit erstellen.


1957
Bruno Gröning unternimmt weiter Vortragsreisen in Deutschland, aber auch in Österreich und Norditalien.

Die Vorbereitung auf den Prozess wegen der Anklage des Vergehens der unerlaubten Heilkundeausübung und der fahrlässiger Tötung kosten Gröning viel Zeit. Trotz seiner Bemühungen wird er im erstinstanzlichen Urteil des Schöffengerichts München-Land wegen eines fortgesetzten Vergehens der unerlaubten Heilkundeausübung zu einer Geldstrafe von 2.000 DM, ersatzweise 100 Tagen Gefängnis verurteilt. Bezüglich der Anklage auf fahrlässige Tötung wird er freigesprochen.

Gegen das Urteil legt die Oberstaatsanwaltschaft Berufung ein. Die Berufung richtet sich gegen den Freispruch von der Anklage auf fahrlässige Tötung sowie gegen die Strafzumessung bezüglich des vorgeworfenen fortgesetzten Vergehens gegen das Heilpraktikergesetz.


1958
Bruno Gröning hält wieder Vorträge in ganz Deutschland und Österreich. Um seine Lehre festzuhalten, nimmt er seine Vorträge und Besprechungen mit engsten Freunden auf Tonbänder auf.

In der zweiten Instanz bei der zweiten großen Strafkammer des Landgerichts München II wird Gröning bezüglich der Anklage des Vergehens der fahrlässigen Tötung und des Vergehens der unerlaubten Heilkundeausübung zu einer Strafe von acht Monaten Gefängnis sowie zu einer Geldstrafe von 5.000 DM, ersatzweise 50 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Freiheitsstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Gegen das Urteil legt Gröning Revision beim Bayerischen Obersten Landgericht ein.
Nach dem Urteilsspruch verreist er für fast zwei Monate nach Frankreich.

Bruno Gröning beschließt die Auflösung des „Gröning-Bundes“. Als Nachfolgeorganisationen werden zuerst in Österreich und kurz darauf auch in Deutschland der „Verein zur Förderung seelisch-geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen“ gegründet. Obmann für den österreichischen Verein wird Alexander Loy-Leute auf Lebenszeit. Vereinsvorsitzender in Deutschland wird Erich Pelz für die Dauer von zwölf Jahren.

Noch einmal reist Bruno Gröning nach Frankreich. Er hält sich vorwiegend in Mimizan an der Biskaya und an der Côte d’Azur auf, fährt für vier Tage nach Lourdes und einen Tag nach Spanien. Über die Schweiz kehrt er zurück nach Deutschland.

Ende des Jahres magert Bruno Gröning stark ab. Der befreundete Arzt, Dr. Pierre Grobon aus Paris, führt die Symptome auf eine schwere Erkrankung zurück. Daraufhin lässt Gröning sich in Paris untersuchen. Diagnostiziert wird Magenkrebs im fortgeschrittenen Zustand. Obwohl Dr. Grobon zur sofortigen Operation rät, reist Gröning für einige Tage zurück nach Deutschland. Da Bruno Gröning nicht mehr persönlich zu den geplanten Weihnachtsfeiern der Gruppen seiner Freunde erscheinen kann, hält er noch in Deutschland seine Ansprache auf Tonband fest. Er fährt mit seiner Frau erneut nach Paris, um sich dort von Dr. Grobon operieren zu lassen. Der Arzt rät von einer Rückreise nach Deutschland ab und rechnet damit, dass Gröning bald sterben wird. Dennoch kehrt Bruno Gröning wieder nach Deutschland zurück.

In Plochingen finden Besprechungen Grönings mit seinen engsten Freunden statt.


1959
Zwischen Bruno Gröning, seiner Sekretärin und den Vereinsvorsitzenden erfolgen Anfang Januar letzte Besprechungen.

Danach fliegt Gröning mit seiner Frau abermals nach Paris, um sich dort erneut operieren zu lassen. Am Tag der Operation wird zur selben Zeit in München beim Bayerischen Obersten Landgericht der Prozess wegen fahrlässiger Tötung und fortgesetzten Vergehens gegen das Heilpraktikergesetz in Abwesenheit Grönings fortgeführt.

Zu einer Urteilsverkündung kommt es nicht, da Bruno Gröning am 26.1.1959 in Paris stirbt.

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